Rees: Katzenhaus Bienen sucht ehrenamtliche Schmusepaten

Ehrenamt für Tierfreunde : Katzenhaus Bienen sucht Schmusepaten

Derzeit leben in der Auffangstation nur sechs Katzen. Ideale Gelegenheit für Tierfreunde, sich als Ehrenamtler auszuprobieren, sagt die Leiterin Stephanie Albrecht.

Stella hat ihr schweres Schicksal nicht so einfach weggesteckt. Die graugetigerte Hauskatze war neun Monate allein zuhause. Ihr Herrchen, schwer erkrankt, musste stationär behandelt werden. Stella wurde zwar in dieser Zeit mit Futter und Wasser versorgt, vereinsamte aber zusehends. Als feststand, dass ihr Herrchen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in seine Wohnung würde zurückkehren können, kam Stella – inzwischen völlig scheu geworden – ins Katzenhaus Bienen.

Ihr Verhalten hat sich zusehends gebessert. „Jetzt kommt sie auch schon wieder aus ihrer schützenden Höhle heraus“, sagt Stephanie Albrecht, die Leiterin des Hauses, erfreut. Für das nötige Vertrauen hat eine Ehrenamtliche gesorgt, die jeden Freitag ins Haus kommt, um Stella vorzulesen. Vorzulesen? „Ja, die Stimme hat Vertrauen vermittelt und Stella sehr beruhigt“, erklärt die Katzenhaus-Leiterin.

Viele Katzen haben an der Emmericher Landstraße 102 schon ein zeitweises Zuhause gefunden. Alles Katzen, die aus den unterschiedlichsten Gründen ihr altes Heim verlassen mussten. „Mal ist der Besitzer verstorben, mal zog ein neuer Lebenspartner mit Allergie ins Haus“, nennt Albrecht einige der Gründe.

Vielfach werden Katzen abgegeben, weil sie nicht mehr das Katzenklo nutzen, sondern ihr Geschäftchen daneben erledigen. „Nicht weil sie nicht anders könnten, sondern sie tun dies, um auf sich aufmerksam zu machen, weil sie krank sind “, weiß Albrecht. Wer sich eine Katze anschaffe, der müsse auch damit rechnen, dass sie mal krank werde. „Eine regelmäßige Vorsorge ist doch das Beste – wie beim Menschen auch“, sagt Albrecht.

Wer eine Katze in Bienen abgibt, wird um eine Gebühr von 100 Euro gebeten. Dafür wird die Katze auf FIV und Leukose getestet, geimpft, entwurmt und entfloht. „Damit ist der Betrag schon wieder weg, nur in Ausnahmefällen, wenn die Katze bereits kurz zuvor geimpft worden war, fließt noch ein bisschen Geld zurück in die Kasse der Tierschutz-Stiftung Niederrhein“, erläutert die Katzenhaus-Leiterin. Denn es werden auch seit langem noch drei chronisch kranke Katzen dauerhaft in einer Pflegestelle und sechs wilde kastrierte Tiere am Katzenhaus mit versorgt.

Die Stiftung ist die Betreiberin des Katzenhauses und finanziert sich ausschließlich über Spenden. Bis auf Albrecht, die dort halbtags beschäftigt ist, aber zudem noch viel ehrenamtliche Arbeit leistet, sind alle anderen ausschließlich ehrenamtliche Helfer.

Die einen investieren mehr Zeit, die anderen weniger. „Wir haben derzeit zwar nur sechs Katzen, wünschen uns aber mehr Helfer. Eine günstige Zeit für einen Einstieg“, sagt Albrecht mit Blick auf die geringe Zahl an Tieren. Dann habe man als Ehrenamtlicher die Chance, alles in Ruhe kennenzulernen. In Bienen will man aber auf keinen Fall, obwohl gesetzlich erlaubt, mehr als 30 Katzen aufnehmen. „Weil nicht jede Katze mit jeder zusammengesetzt werden kann, die Tiere Ruhe brauchen und sich dann auch besser vermitteln lassen.“

Eine, die ehrenamtlich im Katzenhaus Bienen arbeitet, ist Roswitha Sprenger. Als ihre Katze starb, wollte sie sich keine mehr anschaffen und meldete sich stattdessen als Ehrenamtliche in Bienen an. Sie füttert die Katzen, säubert Katzenklos und Kratzbäume und spielt und schmust mit den Tieren. Zudem hört sie den Anrufbeantworter ab. „Wer aber nur zum Schmusen und Spielen eingesetzt werden möchte, ist auch willkommen“, sagt die Katzenhaus-Leiterin. Übrigens: Sprenger ist inzwischen wieder vierfaches Frauchen. Ins Katzenhaus kommt sie dennoch regelmäßig.

Interessierte melden sich im Katzenhaus Bienen unter Tel. 02851/5899900 (bitte auf den Anrufbeantworter sprechen) oder online unter info@katzenhaus-bienen.de.

(rau)
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