Rees ist in Sachen Tourismus auf einem guten Weg

Wirtschaft : Rees ist beim Tourismus auf gutem Weg

Das Wifo lud zum Thema „Stadtmarketing“ ein. Gästezahlen sind positiv. Stadt sieht aber Handlungsbedarf für mehr Gastronomie.

„Viele Köche veredeln den Brei“, meint das Wirtschaftsforum Rees und lud fast 30 Vertreter mehrerer Vereine ins Hotel Rheinpark, um an einem Konzept zum besseren Stadtmarketing zu feilen. Dadurch sollen nicht nur mehr Touristen und Investoren in die älteste Stadt am Unteren Niederrhein gelockt werden, auch die Bürger sollen von einer besseren Vernetzung der Vereine profitieren. „In Haldern funktioniert das bereits hervorragend, der Reeser Stadtkern kann sich eine Scheibe davon abschneiden“, sagte Jürgen Terlinden, Vorsitzender des Wirtschaftsforums.

Erste Ideen des Treffens, das spätestens im Herbst wiederholt werden soll, waren die Erstellung einer App, in der die Vereine frühzeitig ihre Termine und Pläne kommunizieren können, sowie der Wunsch nach einem Weihnachtssingen, aus dem mittelfristig ein gemeinsamer Weihnachtsmarkt auf dem Reeser Marktplatz oder in den Ortsteilen erwachsen kann.

Ziel des Treffens war, dass sich die Vereine untereinander besser kennenlernen und ihre Schnittmengen optimal ausnutzen. Dabei wurde deutlich, dass die Aktivitäten der Reeser Werbegemeinschaft, des Verkehrs- und Verschönerungsvereins, des Reeser Geschichtsvereins Ressa und des Buena Ressa Music Clubs in der Öffentlichkeit stark wahrgenommen werden, wohingegen das Engagement des Gewerbevereins Haldern sowie der Heimatvereine Millingen-Empel und Haffen-Mehr oft nur innerhalb der Ortsteile zur Kenntnis genommen wird. An diesem „Wahrnehmungsproblem“ müsse gearbeitet werden, betonte Jürgen Terlinden. Dies betreffe auch das Wirtschaftsforum selbst, das von den Reesern stark mit der alle zwei Jahre stattfindenden Gewerbemesse verbunden werde, in Wahrheit aber für viele wichtige Arbeitskreise stehe, von denen das lokale Gewerbe und somit alle Einwohner profitierten.

Bürgermeister Christoph Gerwers lobte das Engagement der Reeser Vereine und Verbände. „Die Stadt Rees ist auf einem guten Weg“, sagte er und machte das auch an 600.000 Tagestouristen und mehr als 100.000 Übernachtungen in Hotels und Ferienwohnungen fest. Zuweilen wünsche er sich, dass die Reeser etwas stolzer darauf seien, in einer Stadt zu leben, in der andere Menschen Urlaub machen.

Handlungsbedarf sieht der Bürgermeister weiterhin in der Gastronomie im Stadtkern und entlang der Rheinpromenade. So gelinge es trotz vieler Anstrengungen nicht, einen Pächter für den Restaurantneubau auf dem alten Pumpwerkgelände mit Rheinblick zu finden. Auch die „Sonnenseite“ des Marktplatzes werde gastronomisch nicht im gewünschten Maße genutzt. Dass die Stadt dort die Einrichtung „Mittags am Markt“ mitfinanziert oder am 7. Juni eine neue Touristeninformation eröffnet, sei auch dem Umstand geschuldet, dass die Hausbesitzer ihre Immobilien andernfalls, nach längerem Leerstand, in Wohnungen umfunktionieren würden und somit die letzte Chance auf eine spätere gastronomische Nutzung verloren geht.

Wirtschaftsförderer Heinz Streuff berichtete von einem Busunternehmer, der Rees seit Mitte März als neues Ziel ansteuert, aber nach wenigen Tagen das Programm änderte, weil seine Gäste im Reeser Stadtkern keine ausreichenden Möglichkeiten zum Mittagessen vorfänden: „Jetzt fährt er zuerst nach Xanten und bringt die Leute dann zum Kaffeetrinken nach Rees.“

Im Hinblick auf die Neubebauung des Niag- und Postgeländes werteten es Christoph Gerwers und Heinz Streuff als besonders wichtig, dass der Reeser Marktplatz weiterhin und stärker belebt werde. Zwar sei eine Aktion wie die Freiluftausstellung von Christel Lechners „Alltagsmenschen“, die der Stadt Rees im Jahr 2016 ein „Sommermärchen“ mit 150.000 Besuchern bescherten, nicht jedes Jahr wiederholbar, doch die jetzt vier geplanten Sommerkonzerte auf dem Markt, die „Tage der Musik“ vom 14. bis 16. Juni oder das Open-Air-Kino, das die Stadt Rees, der Verkehrs- und Verschönerungsverein und die Filmstiftung NRW am 12. August auf dem Markt ausrichten, seien lohnenswerte Angebote für alle Besucher und Bürger der Stadt.

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