Rees: Rees im Zeichen der Musik

Rees : Rees im Zeichen der Musik

Gut besucht waren am Wochenende wieder die zahlreichen Veranstaltungen der siebten Auflage der Tage der Musik in Rees. Die Zuhörer hatten die Qual der Wahl. Von Klassik bis Rock wurde alles geboten.

Die Reeser Tage der Musik sind schon lange kein Geheimtipp mehr, sondern haben sich als wichtigstes und abwechslungsreichstes Musikevent der Rheinstadt neben dem Haldern Pop Festival etabliert. Entsprechend gut besucht waren am Wochenende wieder die zahlreichen Veranstaltungen der siebten Auflage, die mit dem Abschlusskonzert im Bürgerhaus einmal mehr neue Qualitätsmaßstäbe setzte: Erstmals spielte das Gesamtorchester, bestehend aus den Haldern Strings, dem Halderner Blasorchester, dem Vocalensemble "TimeOut" und Musikern des Buena Ressa Music Clubs, nicht nur einzelne Musikstücke zusammen, sondern bestritt den ganzen Abend in voller Personal- und Klangstärke. Jules Hendriks schrieb dafür die Arrangements, Klaus Lohmann übernahm die Gesamtleitung, als Gesangssolisten ernteten Veronika Kosel, Tobias Lohmann, Sarah Lümen, Egon Schottek und Marion Sherwood verdienten Applaus.

Foto: Michael Scholten

Begonnen hatten die Reeser Tage der Musik am Freitag mit einem Konzert der Haldern Strings in der evangelischen Kirche. Aufgrund mehrerer Krankheitsfälle in der Vorbereitungsphase könne der Auftakt etwas "holprig" verlaufen, entschuldigte sich Ole Hansen vorab. Doch die jungen Streicherinnen und Streicher boten in bewährter Manier erstklassigen Hörgenuss. Dabei gaben zwei Solisten ihre Reeser Abschiedsvorstellung, da sie ihr Musikstudium aufnehmen werden: Sophie Beltermann (Violine) spielte eine Romanze von Johan Svendsen, Florian Lesemann (Viola) spielte eine "Trauermusik", die Paul Hindemith einst zum Tode des britischen Königs Georg V. komponierte.

Nach drei "Albumblättern" von Richard Wagner und dem heiteren Ausklang "Al Fresco" des in Vergessenheit geratenen Operettenkomponisten Victor Herbert konnten die Zuhörer direkt zum nächsten Konzert wechseln. Auf dem Marktplatz lud der Buena Ressa Music Club zu einem erfrischend improvisierten "Akustik-Jam an der Pumpe" ein, der überraschend stimmgewaltig daherkam. Ein gemischter Chor, der unter Leitung von Rainer Dahmen bislang nur hinter den Türen des Buena Ressa Music Clubs an der Empeler Straße geprobt hatte, absolvierte in der lauen Frühlingsnacht ihren ersten öffentlichen Auftritt und sang Titel wie "Halleluja", "Photograph" und "Lemon Tree".

Der Samstag begann mit Saxophon-Klängen, die den Marktplatz erfüllten. Während die Reeser ihre Wochenendeinkäufe tätigten, spielte Valerie Veenmanns von der Kreismusikschule Kleve ihre Soli und zog viel Aufmerksamkeit auf sich. Gleich zwölf Musikgruppen aus Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden nahmen am "Band-Contest" im Garten des Keusgen Tonstudios in Haldern teil. Hausherr Klaus-Dieter Keusgen schwelgte in nostalgischen Erinnerungen, als er die Duisburger Atomics-Revival-Band ("Hier stehen gemeinsam 275 Jahre auf der Bühne") ansagte, in der auch der Wahl-Reeser Klaus Puchmüller Gitarre spielt. Am späten Abend stand aber eine etwas jüngere Band als Sieger fest: Edison Park aus Wesel hatte die vierköpfige Jury mit gelungenem Synthie-Pop überzeugt. Die Band gewinnt einen Studiotag im Keusgen Tonstudio.

Platz zwei ging an die Bocholter Rock-Punk-Metal-Band LOTW. Den dritten Platz teilten sich die niederländische Funk-Rock-Formation Catch 22 und Mensch Emily bestehend aus jungen Musikern aus Krefeld und Moers, die Funk-Pop mit deutschen Texten bieten. Derweil traten in Groin beim "Konzert im Park" Lou Dyna und The Sprities auf (siehe Text unten).

Im Reeser Bürgerhaus ging es mit einer Spätschicht weiter: Die BaJAZZo-Big-Band der Popoor4You nutzten die große Bühne für ihre Darbietungen.

Das Jugend- und Nachwuchsblasorchester Kleve stand am Sonntagvormittag bereit, um den Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt zu unterstützen.

Auf dem Reeser Marktplatz gab es vielfältige Straßenmusik, gefolgt von ausgewählten Stücken aus dem Repertoire des Chores "Reesonanz", bevor sich ab 17 Uhr weit über 400 Besucher zum großen Finale im Reeser Bürgerhaus einfanden.

(RP)