Rees hat einen neuen Stadtkaiser

Spannender Wettkampf: Wolfgang Jordan ist Kaiser von Rees

Mit dem 233. Schuss holte der Schütze der St. Quirinus-Bruderschaft aus Millingen um 21.04 Uhr den hölzernen Vogel von der Stange.

GRIETHERBUSCH/GRIETHERORT Wolfgang Jordan konnte es kaum glauben, als der Vogel endlich von der Stange fiel. Als Kaiserin an seiner Seite nahm der 64-Jährige seine Ehefrau Dorothee. „Erst vor kurzem bin ich König geworden, jetzt habe ich noch einen draufgesetzt“, freute sich der neue Kaiser. Alle fünf Jahre findet das Stadt-Kaiserschießen statt und weil im Jahr 2013 Theo van Elsbergen von der St. Johannes-Schützenbruderschaft 1799 Grietherbusch-Grietherort den Vogel herunterschoss, wurde das diesjährige Kaiserschießen dort gefeiert. Gegen 15 Uhr trafen die Ehrengäste und die amtierenden Schützenkönigspaare der zwölf Reeser Schützenvereine ein und erfreuten sich an Kaffee und Kuchen. „Fast zwei Drittel unserer 156 Mitglieder und viele ihrer Frauen helfen hier heute mit“, berichtete Pressesprecher Manuel Lörcks. Sie halfen bei den Vorbereitungen, beim Getränke- und Kaffeeausschank und hatten die Kuchen alle selbst gebacken.

Gegen 16 Uhr versammelten sich alle Schützenkönige mit ihren Thronzügen und Vorstandsmitgliedern auf der Wiese. „Ich freue mich, dass ich hier alle zum zweiten Mal in 25 Jahren zum Kaiserschießen begrüßen darf“, sagte Theo Hünnekes, Brudermeister des gastgebenden Vereins. „Wir haben zwar keine grüne Wiese, sondern nur eine vertrocknete Weide, dafür haben wir als einer der kleinsten Vereine bei den Reeser Schützen aber ein großes Herz.“

  • Rees : Kaiserschießen in Grietherbusch

Bürgermeister Christoph Gerwers erinnerte an 1978, als das erste Kaiserschießen stattfand. „Damals wurde Franz Blumensaat von St. Lambertus Haffen erster Stadtkaiser. Höhepunkt heute ist zwar das Kaiserschießen, aber genauso wichtig ist das Zusammentreffen aller Reeser Schützenvereine“, so Gerwers. Es war ein beeindruckendes Bild, als bei der Parade die Königspaare, Thronzüge und Vorstände vorbeizogen unter der musikalischen Begleitung des Spielmannszuges Praest und des Tambourcorps Bienen. Zuvor hatte das Fahnenschwenken die vielen Zuschauer begeistert. Insgesamt kamen rund 400 Schützen mit ihrem Anhang. Zum Kaiserschießen, das um 18 Uhr begann, traten die 60 Könige der vergangenen fünf Jahre an. Besonderen Einsatz zeigte Mario Krusec von den St. Irmgardis-Schützen Esserden, der am Mittag aus dem zweieinhalb Stunden entfernten Norddeich kam, wo er mit seiner Familie Urlaub macht. „Heute Abend fahre ich wieder zurück. Es sei denn, ich werde Kaiser“, sagte er. Das wurde er zwar nicht, aber gemeinsam mit Detlef van Bruck von den Reeser Feldmark-Schützen „zerlegte“ er den Kopf des Vogels, während Christiane Teloh aus Helderloh-Heeren-Herken den Rest herunterschoss. Den rechten Flügel schoss mit dem 135. Schuss Franz Rauchhut vom BSV Mehr herunter, den linken holte sich Moritz Kleineberg von den St. Lambertus-Schützen Haffen. Bisher hatten Haffen, Grietherbusch/Grietherort, Haldern und der BSV Rees-Feldmark mit je zwei Erfolgen das Kaiserschießen für sich entschieden, diesmal war es ein Millinger König. Während seine Schützenkollegen lautstark „Wir haben den Kaiser“ sangen, tanzte die neue Majestät Wolfgang Jordan glücklich im Zelt herum.

Wolfgang Jordan machte sich mit dem 233. Schuss zum Stadtkaiser. Foto: moha/Monika Hartjes
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