Rees: Gerwers nennt Umgehungsstraße L 458 N Gewinn für Millingen

Christoph Gerwers spricht über Umgehungsstraße: „Die L 458n ist ein Gewinn für Millingen“

Die Ausschreibung für die Umgehungsstraße erfolgt allerdings frühestens im Jahr 2020, sagte Bürgermeister Christoph Gerwers bei einer Bürgerversammlung auf Einladung der KAB Millingen.

„Aktuelles aus Rees – mit besonderer Berücksichtigung des Ortsteils Millingen“ hieß die Powerpoint-Präsentation, mit der Bürgermeister Christoph Gerwers ins Pfarrheim gekommen war. Auf Einladung der KAB Millingen wollte er „Aufregerthemen in aller Ruhe“ besprechen und die vielen Fragen der 30 Zuhörer beantworten.

Breiten Raum in den Gesprächen nahmen die Auswirkungen der Betuwe-Linie auf Millingen ein. Derzeit geht die Stadt Rees von einem Planfeststellungsbeschluss „Ende 2020“ aus. Gerwers betonte, dass die Einwände und Sorgen der Bürger durchaus Eindruck bei den Entscheidungsträgern von Bahn und Bund hinterlassen haben. So sei er auch optimistisch, dass der transparente Lärmschutz, der für den Haltepunkt Haldern abgelehnt wurde, für den Haltepunkt Millingen genehmigt werden könne, damit der Ort nicht durch Alu-Wände optisch geteilt werde.

Wann der Bau des Atriums, also der Gleisunterführung für Fußgänger und Radfahrer, beginnen kann, vermochte der Bürgermeister nicht zu sagen. Die Bauzeit schätzt er auf vier bis fünf Jahre. Auch die Verlegung der drei neuen Gleisstrecken werde ein langes und gewaltiges Bauprojekt sein, das Einschränkungen für die Millinger mit sich bringt.

Die geplante Umfahrungsstraße L 458n nannte Christoph Gerwers „einen Gewinn für Millingen“. Zugleich betonte er, dass kein bestehender Bahnübergang geschlossen werde, bevor die Umfahrung auf neuem Wege nicht möglich sei. Die Ausschreibung für die L 458n samt Kreisverkehr, Buswendeschleife und Autobrücke beginnt laut Gerwers nicht vor dem Jahr 2020/21. Auf Nachfrage aus dem Publikum bestätigte er, dass die Brücke breit genug für den Begegnungsverkehr sei. Auch die sichere Nutzung mit Fahrrädern sei gewährleistet.

Auf einem guten Weg befinde sich das Dorfentwicklungskonzept, mit dessen Hilfe Millingen „ein vereintes, kein getrenntes“ Dorf bleiben soll. Der Antrag auf NRW-Zuschüsse werde bis zum 28. Februar gestellt, im März solle eine Projektgruppe mit Beteiligung vieler Millinger gebildet werden. Wenn der Zuschuss bewilligt wird, soll die Projektgruppe ab Juli zu drei Werkstattgesprächen einladen. Gerade im Hinblick auf die 900-Jahr-Feier, die Millingen von Mai bis Oktober 2020 mit vielen Aktivitäten begeht, sei die Schaffung (und Umsetzung) einer gemeinsamen Vision für den Ort von besonderer Bedeutung.

Positiv entwickelt sich das Millinger Baugebiet Rückenbuschfeld. Viele Bauplätze für Einfamilien- und Doppelhäuser seien bereits verkauft, auch für weitere 20 private und 35 städtische Bauplätze gebe es viele Interessenten. Der Quadratmeter kostet 125 Euro, Familien erhalten einen Rabatt von drei Euro pro Kind und Quadratmeter. Die Ungewissheit in Sachen Betuwe-Linie und Umgehungsstraße habe den Verkauf der Grundstücke zunächst gehemmt. Nun lägen Fakten vor, die auch den Verkauf antreiben, so dass die Stadt Rees über eine Erweiterung des Baugebietes nachdenkt.

Eine Millingerin erkundigte sich nach dem Wahrheitsgehalt des Gerüchtes, dass sich „bei Hartmann etwas tun würde“. Der Bürgermeister wich schmunzelnd aus: „Ich weiß was, aber ich sage nichts, solange die Tinte noch nicht trocken ist.“ Er nahm die Sorge ernst, dass im grenznahen Millingen, ähnlich wie in Emmerich, irgendwann „Schrott­immobilien“ zur Unterbringung von ausländischen Wanderarbeitern genutzt werden könnten. Die Stadt Rees werde sich dafür einsetzen, dass in Rees dieses Ärgernis für die Nachbarn und die gnadenlose Ausbeutung der Arbeiter vermieden werde.

Zum Abschluss griff Christoph Gerwers eine Reihe von Reeser Themen auf, darunter die Auskiesung der „Reeser Welle II a“, die von der Reeser Stadtverwaltung abgelehnt, aber vielleicht vom Kreis Kleve genehmigt werde, und die Umgestaltung des Niag- und Postgeländes. „Der Abbruch soll dort noch 2019 beginnen“, sagte Gerwers, einen neuen Termin für die verschobene Präsentation konnte er noch nicht nennen.

Der Antrag beim Bund auf einen zwei-Millionen-Euro-Zuschuss für das viereinhalb Euro teure Reeser Freibad sei gestellt, doch „schlimmer“ als die Baukosten seien die Betriebskosten in Höhe von 200.000 Euro jährlich. „Ich hoffe nicht, dass deshalb eine Steuererhöhung kommt“, ergänzte Gerwers.

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