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"Rees for Future": Darum laufe ich mit

Demonstration : „Rees for Future“: Darum laufe ich mit

Am Freitag zog zum zweiten Mal eine Umwelt-Demo durch Rees. Diesmal waren mehr Schüler mit dabei. Unterdessen debattierte der Rat darüber, ob Klimaschutz ein strategisches Ziel der Stadt werden soll.

„Rees for Future“, die zweite: Über etwa genauso viele Teilnehmer wie bei der Premiere im Ferienmonat August konnten sich am Freitag die Organisatoren der „Rees for Future“-Demo freuen. Diesmal hatten die Umweltaktivisten zum Busbahnhof am Schulzentrum geladen, von wo aus sich der Demonstrationszug gegen 11.15 Uhr durch Rees in Bewegung setzte. Wieder ging es friedlich und bunt zu. Deutlich mehr Schüler als beim letzten Mal waren mit dabei.

Mit der Resonanz war Marion Sherwood, die mit Stella Scholaja und Jule Schwartz zu den Initiatorinnen der Aktion gehört, zufrieden. „Ich hätte nicht gedacht, dass vor allem so viele Schüler mitmachen“, freute sie sich. Obwohl in Kleve zeitgleich eine „Fridays For Future“-Demo für das gesamte Kreisgebiet stattfand, hatten die Reeser lieber ihre eigene Demonstration organisiert – Co2-neutraler, als über den Rhein zu fahren. „Außerdem wollen wir ja hier auch vor Ort etwas bewegen“, erklärte sie.

 Robin Tebbe.
Robin Tebbe. Foto: Markus Balser

Die Schulleitungen duldeten die Teilnahme für die Sekundarstufe II, wenngleich sie mit einem unentschuldigten Fehltag gewertet wurde. „In meiner Brust schlagen zwei Herzen“, sagte dazu Klaus Hegel, vom Gymnasium Aspel. „Persönlich bin ich dafür, aber als Schulleiter muss ich die Position des Ministeriums vertreten.“

 Henrik Heinzel.
Henrik Heinzel. Foto: Markus Balser
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Mit Parolen und Plakaten zogen die Demonstranten durch die Stadt. „Es ist wichtig, dass unser Anliegen nicht mehr ignoriert wird. Die Politik muss reagieren, damit schneller und effizienter etwas passiert“, sagte Hugo Köster (65), der sich der Demo ebenfalls angeschlossen hatte.

 Martina Tebbe.
Martina Tebbe. Foto: Markus Balser

Die Politik in Rees jedenfalls will nicht untätig bleiben Am Abend zuvor hatte der Rat über einen Antrag der CDU gesprochen, der vorsieht, den Themenkomplex „Umweltschutz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit“ als eines der strategischen Ziele der Stadt festzuschreiben. Dabei gab es einen munteren Schlagabtausch vor allem zwischen Grünen-Fraktionssprecher Helmut Wesser und der CDU.

 Ilea Goudis.
Ilea Goudis. Foto: Markus Balser

Wesser, der die schwammigen Aussagen in dem Antrag monierte, warf der Union vor, sich ein „grünes Deckmäntelchen“ umhängen zu wollen, dabei in der Vergangenheit viele ökologisch sinnvolle Entscheidungen verhindert zu haben. Wesser: „Ihr Antrag ist ein unglaubwürdiges Bekenntnis.“ Während CDU-Fraktionschef Dieter Karczewski darauf verwies, dass die Grünen seinerzeit gegen den Windpark in Rees gestimmt hätten, kritisierte sein Parteikollege Lothar Krassa die „Planwirtschaft“ und Verbotspolitik der Grünen. Seine jüngeren Fraktionsmitglieder blickten nach vorne: „Es geht nicht um die Vergangenheit, sondern die Zukunft“, erwiderte Marcel Becker auf die Aussagen Wessers.

Peter Friedmann (SPD) zeigte sich erstaunt über den Sinneswandel der CDU. Er unterstützte deren Antrag, warnte aber schon mal vor: „Wir werden Sie an Ihren Aussagen messen.“ Darauf CDU-Ratsherr Johannes Erlebach: „Das können Sie gerne. Versprochen!“

Letztendlich einigte sich der Rat dann doch einstimmig darauf, die konkrete Ausarbeitung der Ziele im Umwelt- sowie dem Haupt- und Finanzausschuss vorzunehmen. Danach soll der Rat abschließend entscheiden.

Bericht Fridays for Future Kleve Seite C1
Kommentar Seite D4