1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

Rees: Rees diskutiert über neue Bestattungsformen

Rees : Rees diskutiert über neue Bestattungsformen

Bereits im Zuge der Erhöhung der Friedhofsgebühren war ein Trend deutlich geworden: Auch in Rees lassen immer mehr Bürger ihre Verstorbenen in einer Urne bestatten.

Registrierte die Verwaltung 2007 noch 26 Prozent Urnenbestattungen, waren es vier Jahre später bereits 40 Prozent. Tendenz steigend. Das war Anlass, sich in Rees Gedanken über die Einführung neuer Bestattungsformen zu machen. Politiker wünschten vor allem, dass die Verwaltung die Möglichkeit von Beisetzungen in Urnenwänden und -stelen prüft.

Daraufhin machten sich die Verantwortlichen ein Bild in den Nachbarstädten. Bei Ortsterminen verschafften sie sich selbst ein Bild von den verschiedenen Alternativen.

So besuchte die Delegation aus Rees den Friedhof in Praest, auf dem es bereits seit einigen Jahren eine Urnenwand gibt. Dabei werden die Urnen in einer Wand aufgestellt, auf der die Namen der Verstorbenen verzeichnet sind. Ähnlich gestaltet ist die Urnenstele in Wesel, die etwas mehr in die Höhe ragt.

Solche Formen sind aber aus Sicht der Verwaltung auf den Reeser Friedhöfen nur schwierig umzusetzen. Die Reeser Anlagen seien von viel Grünfläche geprägt, während es für Urnenwände nötig sei, großflächig den Boden zu pflastern.

  • Eine solche Urnenwand wie in Monheim
    Trotz Trend zur Urnenbestattung : Hückeswagener Friedhof bleibt ohne Urnenwand
  • Xanten : Urnenbestattungen werden beliebter
  • Wermelskirchen : Urnenbestattungen verändern Friedhöfe

Gleichwohl will die Verwaltung mit der Politik in die Diskussion über neue Möglichkeiten der Bestattung einsteigen. Beraten wird darüber im Bauausschuss am Donnerstag, 26. April.

Dann werden auch Alternativen bei einer Power-Point-Präsentation vorgestellt: Gemeinschaftsgräber, Baumbestattungen und Aschestreufeld.

Gemeinschaftsgräber wären auf den Friedhöfen in Rees, Haldern (Isselburger Straße) und Millingen möglich. Bei dieser Bestattungsform wird am Ende des Gräberfeldes ein Gedenkstein aufgestellt, auf den die Namen der Verstorbenen verzeichnet sind.

Ein Baumbestattungsgrab wäre in Bienen möglich, weil sich dort eine Fläche mit markantem Baumbestand befindet. Dieses Grabfeld ähnelt dem Gemeinschaftsgrab. Auch hier gibt es einen Gedenkstein.

Als Aschestreufeld bietet sich aus Sicht der Verwaltung der hintere Bereich des Waldfriedhofs Haldern an. Hier würde die Asche von Verstorbenen anonym verstreut.

Kritik daran gibt es vom evangelischen Pastor Hans-Gerd Spörkel aus Haldern. Er hält das für pietätlos, weil Asche von Verstorbenen auf die Wege des Friedhofs geweht werden könnte.

(RP)