Rees: Rees: Bischof setzt die Fusion aus

Rees: Rees: Bischof setzt die Fusion aus

Eigentlich sollten in diesem Jahr die drei Kirchengemeinden St. Irmgardis Rees, St. Georg Haldern und St. Qurinus Millingen zusammengelegt werden. Das wird verschoben. Dies war ein ausdrücklicher Wunsch der Gremien.

/ HALDERN / MILLINGEN Es ist eine überraschende Nachricht kurz vor den Ostertagen: Die Fusion der drei Gemeinden St. Irmgardis Rees, St. Georg Haldern und St. Quirinus Millingen ist ausgesetzt. Eigentlich sollten die drei bislang selbstständigen Pfarreien in diesem Jahr zusammengelegt und eine Reeser Großgemeinde gegründet werden. Doch dazu wird es in diesem Jahr nicht kommen.

In den vergangenen Monaten sei in den Gemeinden um das Thema "Fusion gerungen" worden, so Pfarrer Michael Eiden, der leitender Pfarrer für alle drei Pfarreien ist. Die Situation sei nicht einfach gewesen, einmal weil es zeitliche Fristen einzuhalten galt und sich gleichzeitig die Personalsituation verschärft habe. Pastoralreferent Ludger Dahmen hat neue Aufgaben außerhalb von Rees übernommen. Pater Paul und Pater Thomas stehen aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung. Für die Betreuung der drei Gemeinden sind jetzt noch vier Geistliche (Pastor Eiden, Pastor Carsten Franken, Pastor Rajkumar Santiagu, Pastor Christo Rajn Mandagiri) und eine Pastoralreferentin (Barbara Bohnen) zuständig. In dieser Situation hatte man sich mit der Bistumsleitung in Verbindung gesetzt. Bischof Felix Genn entschied, dass die Fusion ausgesetzt wird, unter der Bedingung, dass die Gemeinden "nach alternativen Formen intensiver Zusammenarbeit suchen".

Pastor Eiden betont, dass die Aussetzung der Fusion nicht bedeute, dass sie damit vom Tisch wäre. Das habe auch der Bischof deutlich gemacht. Wie es weitergehe, müsse in den kommenden Wochen und Monaten erörtert werden.

Die Verschiebung der Fusion war ein ausdrücklicher Wunsch der Gremien. Man kenne sich untereinander nicht gut genug, habe es geheißen, so Pastor Eiden. Momentan gibt es sieben Gremien. Drei Kirchenvorstände, drei Pfarreiräte und den Rat der Seelsorgeeinheit für Haldern und Millingen.

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Für einen leitenden Pfarrer bedeutet das auch einen hohen administrativen Aufwand. Er muss in allen sieben Gremien mitwirken, mit einer Fusion gebe es lediglich noch zwei. Angesichts der Personalnot sei das eine "schwierige Situation", so der Geistliche. "Wir müssen jetzt zügig überlegen, wie es möglich ist, Dinge zusammenzuführen, damit uns Seelsorgern wieder mehr Zeit für die Seelsorge bleibt", sagt Pastor Eiden. Die Stelle des Pastoralreferenten könnte theoretisch sofort wiederbesetzt werden. Es fehlen allerdings die Bewerber. Rees ist damit kein Einzelfall. Im ganzen Bistum sind momentan 25 Stellen für Pastoralreferenten ausgeschrieben.

Ob es zur Streichung von Gottesdiensten kommt, ist offen. Darüber werde man sprechen, möglich sei das durchaus, so Pfarrer Eiden. Mit den vier Geistlichen sei es möglich, die Gottesdienste zu feiern. Allerdings hätten die Pastöre auch Urlaub oder würden wegen Krankheit fehlen. Dann werde es eng. Zumal die Geistlichen nach dem Ausfall von Pater Thomas aus die Gottesdienste in Haus Aspel übernehmen.

Um zu bestimmen, wohin die "Reise" in den Gemeinden geht, soll ein gemeinsamer Pastoralplan für alle drei Pfarreien erarbeitet werden. So ein Plan legt fest, wo die Gemeinden ihre Schwerpunkte haben, was vielleicht aufgegeben wird.

Nach Ostern wollen sich die Verantwortlichen der Pfarreiräte, Kirchenvorstände mit Pastoralreferentin Barbara Bohnen und Pfarrer Eiden treffen, um die nächsten Schritte einzuleiten. "In dem anstehenden Prozess wird es auf jeden Fall auch eine Beteiligung aller Gläubigen geben", sagt Pastor Eiden. Ob das per Brief oder öffentliche Infostände erfolge, sei noch offen.

(zel)
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