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Emmerich: Realschule: Noch keine Entscheidung

Emmerich : Realschule: Noch keine Entscheidung

Schulplanungskommission soll über Eingabe der Freunde der Realschule beraten. Sie tagt hinter verschlossenen Türen.

Noch ist nicht klar, ob es in Emmerich eine zweizügige Realschule im Halbtagesbetrieb geben wird, für die die Bürgerinitiative Freunde der Realschule fast 900 Unterschriften gesammelt hat. Die Verwaltung ist klar dagegen, die Politik hat noch Beratungsbedarf. Auf Antrag von Sandra Bongers (CDU) verwies der Schulausschuss die Eingabe der BI in die Schulplanungskommission, die am 15. November intern tagt. Die Stunde der Wahrheit schlägt am 21. November im Schulausschuss. "Wir haben jede Menge Fragen aus der Vorlage", hatte Bongers ihren Antrag zur Geschäftsordnung begründet, der mit 15:2 Stimmen angenommen wurde.

Annähernd 30 Zuhörer (Lehrer, Eltern, Schüler) begrüßte die Ausschussvorsitzende Lisa Braun (SPD) in der Mensa der Gesamtschule. Hausherrin Christiane Feldmann hatte zur Stärkung Glückskekse spendiert. Dabei hat die Politik an der Realschule schon genug zu kauen. In der Einwohnerfragestunde versuchte vor allem die Bürgerinitiative die Fraktionen dazu zu bringen, Farbe zu bekennen. Die SPD halte nichts von dem ganzen Hü und Hott, sagte Andrea Schaffeld. Man müsste nur mal nach Kleve gucken: "Das möchte ich keinem Emmericher Kind zumuten." Der Elternwille sei ernst genommen worden und die Gesamtschule noch im Aufbau. Maik Leypoldt (BGE) sagte, die BGE sei für die Verweisung in die Schulplanungskommission gewesen, "weil wir der Abweisung der Eingabe nicht gefolgt wären".

Thomas Meschkapowitz führte aus, die Embrica-Fraktion lehne die Eingabe ab. Der Elternwille sei "gegen den vehementen Widerstand der CDU durchgesetzt worden, die die Gesamtschule nur zähneknirschend unterstützt" hätte.

BI-Sprecher Hans-Joachim Büscher war nach der Sitzung verärgert: "Unmöglich, die Bürger bleiben außen vor", schimpfte er. Zuvor hatte er die Politik mit dem Koalitionsvertrag der neuen, schwarz-gelben Landesregierung konfrontiert, wo "die Wiederherstellung der Gleichbehandlung aller Schulformen" festgeschrieben wurde. Zitat: "Im ländlichen Raum können Sekundarschulen genauso wie Realschulen und Gymnasien zweizügig fortgeführt werden". Landtagsabgeordneter Stephan Haupt (FDP) schrieb an Büscher, er sehe es als ein geeignetes Mittel an, eine Umfrage zur Bedarfserhebung einer Realschule durchzuführen. Oberstes Ziel müsse sein, "dass die Wünsche der Bevölkerung auch in der Schullandschaft widergespiegelt werden". Büscher ärgerte an der Verwaltungsvorlage vor allem der letzte Satz, dass es den Eltern ja frei stünde, ihre Kinder auch außerhalb Emmerichs anzumelden.

Bürgermeister Peter Hinze (SPD) verwahrte sich dagegen, die Eltern seien bei der Befragung getäuscht worden: "Das Ergebnis war so eindeutig, dass wir jetzt die Gesamtschule haben."

Gegenüber der RP erläuterte Matthias Reintjes gestern, warum die von ihm geführte CDU-Fraktion die Eingabe an die Schulplanungskommission weiterleiten will: "Das ist ein so wichtiges Thema, dass man darüber noch einmal in Ruhe diskutieren sollte." Auch in der Vergangenheit sei so schon verfahren worden. Die Kommission könne sich dann nochmals Gutachter-Meinungen von "Komplan" einholen.

(nk/bal)