Emmerich: Ramadan: Teilnehmer fehlen bei Sprachkursen

Emmerich: Ramadan: Teilnehmer fehlen bei Sprachkursen

Der muslimische Fastenmonat Ramadan kann für Gläubige kräftezehrend sein. Jegliches Essen und Trinken ist zwischen Sonnenaufgang (gegen 5 Uhr) und Sonnenuntergang (gegen 21 Uhr) komplett untersagt. Das sind rund 16 Stunden täglich.

Darunter leidet die Leistungsfähigkeit. Aber leidet sie derart, dass sogar die Bestrebungen für eine Integration in Deutschland vernachlässigt werden?

Den Eindruck hat Seyran Dag, die Vorsitzende des Emmericher Integrationsrates. Bei der jüngsten Sitzung in den Räumen des yezidischen Kulturvereins am Ossenbruch sprach sie das Thema Ramadan an. Nebenbei bemerkt: Zur Sitzung erschienen sieben von 14 Mitgliedern. "Seit zwei Jahren fällt in den Sprachkursen auf, dass die Teilnehmer fehlen, wenn Ramadan ist", sagte Seyran Dag. Manche würden bis zu 30 Tagen fehlen. In persönlichen Gesprächen hieß es: Es sei Ramadan und da sei man morgens so früh nicht wach. "Das kann ich nicht verstehen, denn in den Herkunfsländern geht das Leben doch auch trotz des Fastens weiter."

In den Emmericher Schulen, beispielsweise dem Gymnasium, gehe man darauf ein, indem die Schüler, die am Ramadan teilnehmen, in der Zeit vom Sportunterricht befreit sind. Aber insgesamt fehle es an Aufklärung, ob die verschiedenen Kulturen den Ramadan auch verschieden handhaben.

"Da sollten wir unsere Besuche nutzen und die Imame fragen, wie das in der jeweiligen Kultur läuft", schlug sie vor.

  • Muslimische Schülerin im Unterricht (Symbolbild).
    Muslimischer Fastenmonat : Lehrerverband beklagt Probleme im Schulalltag durch Ramadan

Stadtsprecher Tim Terhorst bestätigte gestern auf Anfrage, dass es bei den freiwilligen Sprachkursen für Migranten, die durch Ehrenamtliche erteilt werden, das Problem des Nicht-Erscheinens im Fastenmonat tatsächlich existiere. Und auch den Mitarbeitern im Jobcenter der Stadt sei dieses Problem bekannt. Bei Qualifizierungsmaßnahmen zur beruflichen Bildung gebe es Teilnehmer, die im Ramadan nicht erschienen. Dies betreffe nicht nur Flüchtlinge, sondern auch andere Migraten.

Ein weiteres Thema war das Fest der Kulturen. "Das läuft jetzt gut. Es wird sehr gut angenommen", so die Vorsitzende. Leider müsse man auf das eigene Budget zurückgreifen, weil das Spendengeld nicht reichte. Es gab Vorschläge für das nächste Jahr: Man müsse Standgebühren erheben oder Vereine, die gut verkaufen, sollten sich mit einer Spende beteiligen.

Aus der Versammlung kam der Tipp, eine Aufstellung der Kosten bei der Verwaltung einzureichen, damit diese im nächsten Haushaltsplan berücksichtigt werden.

Leider habe sie bisher noch keine Informationen über die Organisation des geplanten Fußballturniers bekommen, sagte Dag. Die Halle sei aber bereits für den 14. Oktober genehmigt.

(moha)