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Radfahren auf dem Deich zwischen Emmerich und Rees

Emmerich/Rees : Schöner Radeln – noch vor dem 1. Mai?

Daumen drücken! Möglicherweise ist noch vor dem 1. Mai einer der schönsten Radwege zwischen Emmerich und Rees nutzbar. Die Einschränkung: Das wird er wohl nur in diesem Sommer sein.

Es geht um den Deichabschnitt zwischen dem Klärwerk in Emmerich und dem Ortsteil Dornick. Auf dem Deich, zwischen den Wiesen und am Rhein entlang können hier die Radfahrer unterwegs sein. Gebremst werden sie erst in Praest, wo der neue Deich auf dem Stück zwischen Praest und Bienen offiziell noch nicht freigegeben ist.

Das soll sich aber ändern, wenngleich einige Radfahrer die Sache am Wochenende auch schon selbst in die Hand genommen und einige Absperrungen einfach beiseite geschoben haben.

Wie der Geschäftsführer vom Deichverband Bislich-Landesgrenze, Holger Friedich, am Montag erklärte, hofft er, dass der neue Deich Bienen-Praest noch vor dem 1. Mai freigegeben werden kann. Dann hieße es tatsächlich für Ausflügler auf dem Drahtesel „Freie Fahrt“ auf vielleicht einem der schönsten Radwege der Region. Denn die Strecke lässt sich problemlos fortsetzen durch die Felder bis nach Rees. Oder umgekehrt von Rees bis nach Emmerich und vielleicht weiter bis nach Hochelten.

 Geschäftsführer Holger Friedrich hofft, dass der Deich zwischen Bienen und Praest noch vor dem 1. Mai freigegeben werden kann.
Geschäftsführer Holger Friedrich hofft, dass der Deich zwischen Bienen und Praest noch vor dem 1. Mai freigegeben werden kann. Foto: van Offern, Markus (mvo)

Der Wermutstropfen: In Zeiten von Corona gibt es derzeit kein echtes Ziel, das sich für eine Rast ansteuern ließe. Selbstversorger mit Satteltasche sind da natürlich im Vorteil.

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Noch ein Wermutstropfen. Die tollte Strecke gibt es erst einmal nur dieses Jahr. Denn zwischen Klärwerk und Dornick haben die vorbereitenden Arbeiten für die Sanierung des Deichs begonnen. Bagger reißen abschnittsweise den Deich auf, um zu schauen, wie der Boden darin beschaffen ist. Das dient der Vorbereitung der Ausschreibung für die tatsächliche Sanierung im kommenden Jahr. Im Dezember, so hofft Friedrich, ist klar, wer den Auftrag bekommt.

Es geht um zehn Millionen Euro, die veranschlagt worden sind, um die zweieinhalb Kilometer lange Strecke neu zu bauen und die Menschen vor einem Hochwasser zu schützen. „Daumen drücken, dass es wieder die Firma Martens en van Oord wird“, könnte man da beinahe rufen, denn die Niederländer haben das Stück zwischen Bienen und Praet in absoluter Rekordzeit bewerkstelligt. Drei Jahren waren veranschlagt, nach zwei Jahren war das Unternehmen fertig!

Das wäre auch eine tolle Nachricht für alle Radler und Touristikplaner der Region. Denn  sollte das Unternehmen erneut die Ausschreibung für sich entscheiden können (sie ist europaweit), wäre ja auch ein rascher Fortgang der Arbeiten erneut möglich. Und damit vielleicht sogar die frühere Nutzung des neuen Radwegs, der auf dem neuen Deich zwischen Klärwerk und Dornick vorgesehen ist.

So müssen sich zunächst einmal alle damit begnügen, dass im Dezember die Ausschreibung beendet ist und dann, vermutlich im April, in der hochwasserfreien Zeit mit dem Neubau des Deiches begonnen wird.

Er soll nach derselben Bauart entstehen wie sein „Bruder“ zwischen Bienen und Praest. Das heißt: Er wird breiter und noch dichter als der alte Deich. Die Bauzeit setzt der Deichverband mit zwei Jahren an. Vielleicht wird es ja weniger....

Wichtig übrigens: Zwischen Dornick und Klärwerk Emmerich entsteht (mit Blick von Dornick nach Emmerich) rechts neben dem Deich die neue öffentliche Straße. Oben auf dem Deich sind dann die Radfahrer unterwegs.

Dass Menschen mit der Fiets auf der Deichkrone oder manchmal auch darunter unterwegs sein können, war ausdrücklicher Wunsch der Städte Emmerich und Rees. Schon vor Jahren. Dafür haben sie auch Geld in die Hand genommen, denn natürlich ist der Deichverband nur für den Schutz der Menschen vor einem Hochwasser zuständig, nicht für das Radfahrer auf den Schutzeinrichtungen.

Die Städte haben aber erkannt, dass die Deiche ein echter Pluspunkt sind, mit dem sich im Bereich Radtouristik Menschen in die Region locken lassen können.