Emmerich: Protest auch in Emmerich gegen Schokoticket

Emmerich : Protest auch in Emmerich gegen Schokoticket

Die Entscheidung im Rat war ziemlich unspektakulär und ohne große Diskussionen über die Bühne gegangen. Bereits früh im letzten Jahr hat sich Emmerich auf das Schokoticket festgelegt.

Doch jetzt nehmen die Proteste gegen die Buskarte zu, die auch in vielen anderen Städten umstritten ist.

"Uns wurde immer gesagt, es gebe keine andere Möglichkeit, aber das Beispiel Rees zeigt doch, dass es anders geht", sagt Bettina Nitsche, deren Söhne auf die Realschule Emmerich gehen. Wie berichtet, hat Rees wie auch Bocholt und Wesel das Azubi-Abo-Ticket eingeführt. Die Eltern in Rees müssen weiterhin nichts für die Schulbuskarte bezahlen. Anders ist das in Emmerich.

Hier zahlen die Eltern zwölf Euro pro Monat. Argument ist, dass das Schokoticket einen Freizeitwert hat, weil die Kinder und Jugendlichen damit mit Bus oder Bahn bis nach Oberhausen kostenlos fahren dürfen. "Den Freizeitwert kann ich nicht erkennen. Die Busverbindungen bei uns in Vrasselt sind nicht besonders gut, und mein elfjähriger Sohn wird bestimmt nicht allein mit dem Zug nach Oberhausen fahren", sagt Bettina Nitsche.

Sie sei wie andere Eltern enttäuscht von der Reaktion der Stadt. Eltern hatten Unterschriften gegen das Ticket gesammelt und bei der Infoveranstaltung im Willibrord-Gymnasium protestiert. Doch da war die Entscheidung schon gefallen. Auch das für die Mutter ein Unding. "Es kann doch nicht sein, dass die Informationen der Eltern erst nach der Ratsentscheidung erfolgt." Sie habe bereits beim Bürgermeister protestiert.

Der will persönlich Kontakt zu den Eltern aufnehmen. "Wir wollten das Schokoticket auch nicht und sind zwangsbeglückt worden", sagt Johannes Diks. "Allerdings sehen wir dafür keine Alternative. Erst vor kurzem hat uns die Niag gesagt, dass auch das Azubi-Abo ab Mitte des Jahres nicht mehr gültig ist."

(RP)
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