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Premiere des "Azubi-Speed-Datings" in Emmerich

Beruf : Jobbörse im Zehn-Minuten-Takt

Zum ersten Mal gab es das „Azubi-Speed-Dating“, bei dem Schüler sich über Unternehmen aus der Region informieren konnten. Zehn Minuten waren pro Gespräch das Maximum.

In sechs Berufen bildet Kao chemicals aus - vom Chemielaboranten bis zum Industriemechaniker. „In den nächsten Jahren werden demografiebedingt viele Fachkräfte bei uns benötigt“, sagte Personalleiter Hans-Georg Blös. „Deshalb präsentieren wir uns auf Jobbörsen, um qualifizierte Auszubildende kennen zu lernen. Das ‚Azubi-Speed-Dating’ bietet dazu eine gute Möglichkeit.“

Am Mittwoch fand im PAN kunstforum im Rahmen des „Klever Schulmodells“ diese Veranstaltung zum ersten Mal statt. „Das Klever Schulmodell richtet sich an Schüler der 10. Klassen, Formate wie das ‚Speed-Dating’ sind ab der neunten Klasse offen“, erklärte Sarah Thomas, Projektkoordinatorin der IHK Duisburg-Wesel-Kleve.

„Das Interesse seitens der Firmen war sehr groß“, sagte Thomas. Bei der Premiere nahmen rund 200 Schüler der weiterführenden Schulen aus Emmerich und Kleve und der Berufskollegs teil. Im stündlichen Abstand kamen Schüler der drei umliegenden Gesamtschulen, 23 Realschüler aus Kleve machten den Anfang. Teilweise hatten sie ihre Bewerbungsunterlagen mitgebracht. An den einzelnen Tischen stand eine Sanduhr, die den Schülern jeweils ein zehnminütiges Gespräch zumaß. „Solche Jobbörsen sind wichtig für die Region“, betonte Bürgermeister Peter Hinze. „Sie geben Schülern die Möglichkeit zu einem niederschwelligen Kontakt zu den Unternehmen.“ Die Bürgermeister, Vertreter der IHK, regionale Unternehmerpersönlichkeiten und Vertreter der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Kreis Kleve trafen sich im Rahmen des „Azubi-Speed-Dating“ zu einer Beiratsversammlung zum „Klever Schulmodell“. „Hier bekommen die Schüler einen guten Überblick über verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten. Daraus können sich dann weitere Kontakte ergeben“, erklärte IHK-Vizepräsidetin Susanne Convent-Schramm. „Die Anzahl an Bewerbungen wird jedes Jahr deutlich weniger“, erklärte Michael Ingelaat, Abteilungsleiter in der Kundenbetreuung und kaufmännischer Ausbilder bei Convent. Die Branche Logistik sei eine sehr unbekannte Branche, obwohl sie ständig wachse. „Da muss man schon mal Überzeugungsarbeit leisten. Wir versuchen hier, zu vermitteln, was wir machen und wie spannend der Beruf ist“, sagte er. Auch Kirsten Hallmann, Bekleidungstechnikerin bei der Firma Alwit, sprach davon, wie schwer es sei, gute Fachkräfte gerade im Handwerksbereich zu finden. Thomas Rehfeld, Produktentwickler und neuer Ausbilder bei Katjes, beantwortete Fragen zum Beruf des Süßwarentechnologen. „Wie in einer Küche entwickeln wir Produkte in kleinem Maßstab, die dann in die Produktion gehen, wenn der Kunde sie annimmt.“

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„Das hörte sich sehr interessant an“, sagte Vivien Goretzki. Die 16-Jährige besucht die Realschule. Ihre Schulkollegin Jennifer von Onur lobte die Möglichkeit, in kurzer Zeit viel über verschiedene Berufe zu erfahren. „Im Internet liest man nur Allgemeines, aber hier hört man von den eigenen Erfahrungen der Mitarbeiter“, sagte Nilufar Falahmeimandi.