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Polizei und Isselburg: Telefonbetrüger mit Covid als Masche

Isselburg : Neue Fälle - Telefonbetrüger versuchen es wieder mit der Covid-Masche

Die dreisten und skrupellosen Betrüger erfinden immer neue Maschen, um ihre Opfer um deren Geld zu bringen. Wie die Gauner zu betrügen versuchen und wie man sich schützen kann.

Nunmehr wollen sich die Täter die Covid-19-Pandemie zu Nutze machen. So erhielten am Dienstag mehrere Bocholter Anrufe eines unbekannten Täters, der sich als Arzt des örtlichen Krankenhauses ausgab. Das teilte die Polizei am Dienstag mit.

Der vermeintliche Arzt gab dann vor, dass ein Verwandter des Angerufen lebensgefährlich an Covid erkrankt und mit dem Ableben innerhalb der nächsten zwei Tage zu rechnen sei. Eine Rettung sei aber mittels eines in der Schweiz zugelassenen Medikaments möglich und der Transport könne per Hubschrauber organisiert werden. Fünf Ampullen zu je 5.500 Euro seien erforderlich. Dieses Geld sei von der Familie aufzubringen. Glücklicherweise fiel keiner der Angerufenen auf den Betrüger herein, der ansonsten sicher einen kriminellen Geldboten gesandt hätte.

„Es ist wahrscheinlich, dass diese Masche auch in anderen Orten versucht wird. Wie immer raten wir um Vorsicht, Aufklärung und dazu, sich im Zweifelsfall bei der Polizei zu erkundigen“, schreibt die Polizei in einer Mitteilung. Und: Auch die anderen Maschen wie „falsche Polizeibeamte“ und „“Enkeltrick“ laufen weiter. Es wurden diesbezüglich vier Fälle aus dem Raum Bocholt angezeigt.

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Die Polizei warnt: Geben Sie keine persönlichen Informationen wie Bankdaten am Telefon preis! Seien Sie misstrauisch, wenn Sie jemand am Telefon oder per Whatsapp um Geld bittet! Übergeben Sie kein Geld oder Wertgegenstände an Ihnen unbekannte Personen! Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, dann informieren Sie sofort die Polizei unter 110 oder, wenn möglich, Verwandte.

Ein Appell der Polizei richtet sich auch an jüngerer Angehörige: Klären Sie Ihre lebensälteren Eltern/Großeltern/Verwandte über die Maschen der Betrüger auf.

Hier noch einmal ein Überblick der gängigen Maschen:

Schockanrufe: Die Anrufer schildern, dass ein Verwandter (häufig Sohn/Tochter) einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht hat. Um lange Haftstrafen zu verhindern, soll sofort Geld an einen Geldboten der Staatsanwaltschaft gezahlt werden. In abgewandelten Szenarien wird von einer Corona-Infektion gesprochen und die Anrufer erzählen, sie bräuchten Geld für eine Behandlung oder Medikamente.

Enkeltrick: Die Täter erwecken den Eindruck, ein naher Verwandter (meistens Enkel/ Enkelin/ Neffe/ Nichte) oder guter Bekannter zu sein. Sie täuschen eine finanzielle Notlage vor und bitten Sie kurzfristig um Geld. Sie sollen mit niemandem über den Anruf sprechen.

Falsche Polizisten: Die Anrufer geben sich als Polizisten aus und warnen Sie vor einem geplanten Einbruch. Geld und Schmuck wären Zuhause nicht mehr sicher. Bei ihrer Bank würden Mittäter der Ein-brecher arbeiten und auch dort sei Ihr Vermögen in Gefahr.

Gewinnversprechen: Die Betrüger versprechen am Telefon hohe Gewinne. Vor einer Gewinnübergabe werden Betroffene aufgefordert, „Bearbeitungsgebühren“ zu zahlen oder Prepaid-Karten für Online-Käufe zu kaufen.

Microsoft-Mitarbeiter: Das Telefon klingelt und jemand bietet Ihnen ungefragt technische Unterstützung für Ihren Laptop, Computer oder Ihr Tablet an. So wollen sich die Täter Zugriff auf Ihren PC, Ihr Online-Banking oder Paypal-Konto verschaffen.

Betrug per Whatsapp: Ein angeblicher Angehöriger (Sohn/Tochter) meldet sich über eine unbekannte Nummer über den Messenger-Dienst und gibt an, das Handy sei defekt. Dann werden Sie gebeten, eine Überweisung an Dritte zu tätigen, da der Angehörige aktuell abgeblich kein Zugriff auf das Online-Banking habe.