Emmerich: Peter Weigl siegt in Emmerich

Emmerich: Peter Weigl siegt in Emmerich

Kabarettpreis "Das Schwarze Schaf" mit der ersten Runde im Stadttheater. Nächsten Dienstag folgt Teil zwei.

Und der Gewinner des Abends ist: Paul Weigl. Der 1982 in Amberg geborene Kabarettist und Poetry-Slammer überzeugte mit einer geist- und gestenreichen Darbietung die Zuschauer und wurde von ihnen zum Sieger des Abends gekürt.

Der niederrheinische Kabarettpreis "Das schwarze Schaf" - ins Leben gerufen vom unvergesslichen Hanns-Dieter Hüsch - geht in die nächste Runde. In diesem Jahr feiert der Wettbewerb sein zehnjähriges Jubiläum. Am Dienstag begann in Emmerich im Stadttheater die erste Vorrunde um den Einzug ins Finale am 5. Mai mit sechs Kandidaten.

Der Kabarettist Christoph Brüske führte durch das Programm und begrüßte rund 200 Besucher "in Emmerich, dem sympathischen Kleinod zwischen Kleve und Elten in der Peter-Hinze-Arena". "Wenn Ihr schon mal einen SPD-Bürgermeister habt, dann muss man den auch einbauen. Wer weiß, wie lange es die Partei noch gibt", meinte er.

Jeder der Nachwuchskünstler - das heißt, dass sie weniger als fünf Jahre im Geschäft sind - hatte eine Viertelstunde Zeit, das Publikum auf seine Seite zu ziehen. Dieses stimmte per Karte über den Sieger ab. Als erster trat Salim Samatou auf, der 2016 den RTL-Comedy-Grand Prix gewann. Er hat marokkanisch-indische Wurzeln und "philosophierte" über seine Herkunft und über den deutschen Namen "Eberhard". "So kann man nur jemanden nennen, der gleich als Rentner auf die Welt kommt oder Anführer einer Wildschweingang ist." Falk aus Wuppertal bot bestes Musik-Kabarett. Der Songwriter und Lyriker überzeugte mit seinen Liedern über "Den Selbstversuch im Joggen", über "Birkenstock-Nazis", über "Männerschnupfen" und mit einem Song, das ein eigenartiges Erziehungskonzept zum Thema hatte.

Geboren und aufgewachsen im Senegal und vor 30 Jahren ins Saarland gezogen, sprach der Komiker Ibo Profen sogar ein saarländisches Platt, sehr zur Freude der Zuhörer. Er gab die Weisheiten seiner afrikanischen Oma zum Besten: "Liebe macht blind. Aber wer verheiratet ist, kann plötzlich wieder sehen" oder "Schlage nie jemanden auf dem Kopf, zwischen dessen Zähnen deine Finger stecken".

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Artem Zolotarov, unter anderem Poetry-Slammer, hatte drei Texte vorbereitet, die teilweise zum Nachdenken anregten: "Gut und Böse", "Hab keine Angst" - aus der Perspektive der Angst und über seine Familiengeschichte, die 1923 mit der Geburt seines Opas in der Sowjetunion begann.

Viel Gelächter gab es beim Vortrag von Paul Weigl, der seine witzigen Darbietungen über die Bürokratie beim Antrag auf Erziehungsgeld und über die Schwierigkeiten bei einer Mc-Donalds-Bestellung mit Gestik und Mimik unterstrich - einfach köstlich.

Als sechster stand Konstantin Korovin auf der Bühne, der von seiner Arbeit in "Escape-Räumen" und über seine frühe Liebe zu TKKG-Büchern erzählte.

Das Publikum erlebte einen unterhaltsamen, abwechslungsreichen Abend.

Am nächsten Dienstag, 20. März, findet eine weitere Vorrunde mit den sechs anderen Kandidaten im Emmericher Stadttheater statt. Auch in Wesel, Moers und Krefeld werden Vorrunden durchgeführt.

(moha)