Emmerich: Peter Hinze lässt den Zufall regieren

Emmerich : Peter Hinze lässt den Zufall regieren

Beim Neujahrsempfang der Stadt im PAN sind 100 Gäste dabei, die damit wohl nie gerechnet hätten.

Stellen Sie sich vor, Sie öffnen am Morgen ihren Briefkasten - und drinnen liegt ein Schreiben der Emmericher Stadtverwaltung. Genauer gesagt: eine Einladung von Bürgermeister Peter Hinze zum Neujahrsempfang der Stadt Emmerich.

Möglicherweise würden Sie an einen Scherz glauben. In diesem Jahr war das für 250 Emmericher allerdings nicht der Fall. Sie gehören zu einer Gruppe von zufällig ausgewählten Bürgern, die für den kommenden Donnerstag eine Einladung erhalten haben. Um 18 Uhr beginnt im PAN Kunstforum der Neujahresempfang.

Das wird für einige Emmericher eine Premiere sein: Aus dem Register der Stadt Emmerich, in dem 32.000 Namen gespeichert sind, wählte Kollege Computer nach dem Zufallsprinzip 250 Namen aus. "Das ist wirklich so gelaufen", sagt Stadtsprecher Tim Terhorst. "Uns haben mehrere Leute angesprochen, die das nicht glauben wollten und gemeint haben, wir hätten bei der Auswahl nachgeholfen. Haben wir aber nicht."

Von den 250 angeschriebenen Personen haben 80 Prozent nicht auf die Einladung reagiert, 20 Prozent schon. Mit den Zahlen ist das Rathaus zufrieden. "Die Leute, die sich gemeldet haben, werden vermutlich noch eine Begleitperson mitbringen, so dass wir beim Neujahrsempfang 100 Leute haben werden, die zum ersten Mal dabei sind. Das ist eine gute Zahl", sagt Terhorst.

Die Idee der zufälligen Auswahl kam von Bürgermeister Peter Hinze, der die Liste der Gäste überarbeiten wollte. Weil die Zahl der Gäste nicht erhöht wurde, sind natürlich auch Menschen nicht mehr eingeladen worden, die vorher dabei waren. So sind etwa Personen oder Gruppen gestrichen worden, die bereits mehrfach Gäste waren. Oder Emmericher, die in den vergangenen Jahren immer eingeladen wurden, aber nicht kamen.

Hat das für Enttäuschungen gesorgt? "Bislang haben wir nur wenig negatives Feedback bekommen", so Terhorst. 6000 Euro kostet der Neujahresempfang. Die Bewirtung der Gäste übernimmt PAN-Gastronom Daniel Maiß. Bis gestern lagen 400 Anmeldungen im Emmericher Rathaus vor. Das bedeutet, dass es im PAN eng werden kann. Was übrigens nicht anders zu erwarten war, weil der Neujahrsempfang natürlich auch etwas von "Sehen und gesehen werden" hat. Wer dabei ist, darf sich geehrt fühlen. So etwa auch eine Reihe von Ehrenamtlern, die in diesem Jahr zum ersten Mal dabei sind. Wie die Schülerlotsen und die Hospizgruppe.

Und natürlich auch die Vertreter der Parteien, die sicherlich besonders hinhören, wenn der Bürgermeister seine Neujahrsansprache hält. Sie wird zehn bis 15 Minuten dauern und gilt natürlich als eine Art politische Richtungsweisung in Emmerich, enthält sie doch einen Rückblick auf das vergangene Jahr und einen Ausblick auf die Schwerpunkte des neuen Jahres.

(ha)