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Emmerich: Pater Zakarias vom Erdbeben überrascht

Emmerich : Pater Zakarias vom Erdbeben überrascht

Ein spuckender Vulkan in Sichtnähe? Für Pater Zakarias hat das zunächst nichts Bedrohliches. Denn aus seiner Heimat Lomblen kennt er die lodernden Naturgewalten nur zu gut. Drei Wochen lang besuchte der Geistliche aus Emmerich nun wieder seine Eltern in Indonesien. Und erlebte dort einen Urlaub, den er sicher nicht vergessen wird - und der ihn heute noch beschäftigt.

Denn seine Heimat wurde von einer Naturgewalt erschüttert. Erst brach der Vulkan aus und dann suchte noch ein Erdbeben die Region heim. "Das hab' ich noch nie erlebt", erzählt Zakarias. Mitten in der Nacht bebte die Erde das erste Mal. Dann nochmal in den frühen Morgenstunde.

"Steine rollten die Berge hinab", erklärt der 45-Jährige. Ein Geräusch, dass ihn aus dem Schlaf riss. "Eben so laut, als ob jemand riesige Trommeln spielen würde", so Pater Zakarias, der vor 20 Jahren nach Deutschland kam und seit drei Jahren in Emmerich in der Seelsorgeeinheit St. Christophorus/St. Johannes tätig ist. Durch die Katastrophe sterben zwei Menschen und über Nacht werden 2000 Menschen obdachlos. Einige kommen bei den Familien unter. Andere leben seither in Zelten. "Und dürfen nicht mehr in ihre Dörfer an den Hängen zurückkehren", weiß der Geistliche. Das wäre zu gefährlich.

So nah dran am Unglück, will Pater Zakarias natürlich auch helfen. Er bittet die Pfarrgemeinde in Emmerich um Spenden für seine Heimat. Groß sei das Herz der Emmericher gewesen, freut sich Pater Zakarias. Denn über 4800 Euro konnten bislang in seine Heimat überwiesen werden.

"Ich habe von den ersten Spenden erst einmal zwei Tonnen Reis gekauft und einen Lkw voller Nudeln bestellt", erklärt der Geistliche. Zudem habe er alle Menschen mehrmals zum Abendessen eingeladen. Und was Pater Zakarias noch getan hat: Trost gespendet und Hoffnung gegeben. Sprich: eine Messe gefeiert und Gebete gesprochen. Mittlerweile leben in seinem Dorf und in unmittelbarer Nähe etwa noch 900 Menschen in Zelten. "Durch die jetzt einsetzende Regenzeit ist deren Situation schlimmer geworden", sagt Zakarias. Zur Zeit sind Soldaten der indonesischen Armee vor Ort, um die Hilfe noch besser organisieren zu können. Der Chef der Armee aus der Provinzhauptstadt Kupang Brigade besuchte bereits die Opfer des Vulkanausbruches und des Erdbebens.

Der Vizebürgermeister Dr. Thomas Ola Langoday sagte im Namen der Regierung aus Lembarta seinen herzlichen Dank an alle, die bisher geholfen haben und auch weiter helfen werden. Er schilderte die Situation so, dass die Regierung sicherlich ein Jahr brauchen wird, um neue Orte für die Evakuierten vorzubereiten. Ein Team der Regierung arbeitet jeden Tag, damit die Leute rasch ein neues Zuhause finden können. Und auch Pater Zakarias will weiterhin Spenden sammeln, um zu helfen.

(seul)