Emmerich: Pastor Bernd de Baey stockt Spende für den Mittagstisch auf

Emmerich : Pastor Bernd de Baey stockt Spende für den Mittagstisch auf

Über ein schönes, vorgezogenes Weihnachtsgeschenk durften sich gestern Marianne Giltjes und ihre Helfer vom Mittagstisch im Aldegundis-Pfarrheim freuen. Über 650 Euro waren beim Emmericher Weihnachtsmarkt am Stand des Kirchenausschusses als Erlös für den Mittagstisch zustande gekommen. Wie Maria Duda berichtet, hatten viele Helfer für die Aktion gebacken oder Engel aus alten Gotteslob-Ausgaben gebastelt.

Stadtpfarrer Bernd de Baey stockte den so zustande gekommenen Betrag nun auf 1000 Euro auf. Gestern fand die Übergabe des Geldes statt, das der Mittagstisch gut gebrauchen kann. Denn die Supermärkte, auf deren Spenden die Einrichtung angewiesen ist, kalkulieren immer knapper, weiß Marianne Giltjes. Die Spende vom Weihnachtsmarkt fließt nun in den Ankauf weiterer Lebensmittel.

Seit gut 15 Jahren gibt es den Mittagstisch im Aldegundis-Pfarrheim schon. Seit Anfang an dabei ist Hans Jürgen Säger. "Los ging's einmal mit zehn Essen und vielleicht 15 bis 20 Lebensmitteltüten", erinnert er sich. Mittlerweile sei man bei etwa 30 Essen und bis zu 100 Lebensmitteltüten angelangt. "Vor allem in den letzten drei Jahren hat die Nachfrage spürbar angezogen."

35 Helfer arbeiten ehrenamtlich beim Mittagstisch mit. Eine davon ist Mechtild Müller. "In den Wintermonaten ist der Andrang der Bedürftigen besonders groß", hat sie beobachtet. Für viele, die die Einrichtung aufsuchen, vor allem für Ältere, sei der Mittagstisch zudem auch eine willkommene Möglichkeit, unter Menschen zu kommen. Menschen, die das Schicksal teilen, im Abseits zu stehen.

"Es ist ein gutes Zeichen, dass diese Menschen wissen, dass wir auch sie im Blick haben", sagt Stadtpfarrer Bernd de Baey. Als vor kurzem der Gastronom Franz Feyen die Bedürftigen in sein Restaurant an die Rheinpromenade einlud, war auch der Geistliche mit dabei, um das Tischgebet zu sprechen. "Das war auch für mich sehr bewegend", erzählt er. Viele Menschen schämten sich, weil sie bedürftig und auf das Wohlwollen anderer angewiesen seien. "Da wird deutlich, wie wichtig so ein Anlaufpunkt wie der Mittagstisch ist."

(bal)