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Parkplatz in Rees als Ort der Trauer um Johannes Franken

REES/EMMERICH : Parkplatz als Ort der Trauer um Johannes Franken

Er saß einfach da, die Leute gaben ihm Geld oder Dinge. Viele sprachen mit ihm. Und Johannes Franken antwortete. Nun ist er verstorben. Sein Platz wurde in Rees zu einem ungewöhnlichen Ort der Trauer.

Sein letzter Wunsch ging nicht mehr in Erfüllung: Mit Hilfe der Rheinischen Post hatte Johannes Franken Anfang Mai versucht, seine vermisste Hündin Edana wiederzufinden. Jetzt hat auch seine zweite Hündin, Silly, ihr Herrchen verloren: Johannes Franken, der seit 2018 zu einer festen Institution auf dem Gemeinschaftsparkplatz der Reeser Filialen von Aldi, Kik und Rewe geworden war, wurde am Mittwoch in seiner Emmericher Wohnung tot aufgefunden. Der Mittfünfziger hatte mehrere Krankenhausaufenthalte hinter sich.

Seit die Nachricht an Fronleichnam im Internet bekannt wurde, sprachen dort viele Nutzer ihr Mitgefühl aus. Andere stellten Kerzen, Blumenvasen und ein Foto an jene Stelle, an der Johannes Franken noch vor wenigen Tagen mit Silly gesessen hatte, kleine Geld- und Sachspenden annahm und sich freundlich mit den Einkäufern austauschte.

Die tägliche Fahrt nach Rees habe Struktur in sein Leben gebracht, sagte Johannes Franken der RP noch vor wenigen Wochen. „Ich bin aber auch wichtig für die Leute in Rees. Viele, die keinen mehr haben, unterhalten sich mit mir über ihre Sorgen und Probleme.“ Nach Auskunft von Bärbel Vick, Leiterin der Klosterpforte in Kleve, ist in Absprache mit der Familie und dem gesetzlichen Betreuer eine Trauerfeier für Johannes Franken geplant. Details sollen noch bekanntgegeben werden.

(ms)