Emmerich: PAN-Streit: Müller legt nach

Emmerich : PAN-Streit: Müller legt nach

Das PAN-Kunstforum kommt nicht zur Ruhe. Der frühere Direktor Dr. Martin Müller (49) forderte jetzt 115 000 Euro. Er glaubt, dass seine Kündigung vor drei Jahren nicht rechtens war.

Im Dezember 2007 bekam Müller gemeinsam mit seinen beiden Mitstreitern — Angelika Gathmann und Benjamin Fleig — die Kündigung. Das Trio arbeitete damals als Firma für das PAN.

Die Kündigung war Höhepunkt eines Streits zwischen dieser Firma (Müller GbR) sowie auf der anderen Seite PAN-Stiftung und Förderverein.

Im Kern ging es darum, dass Müllers Arbeit seine Auftraggeber nicht zufriedenstellte. Da war beispielsweise die Archivierung der Plakatsammlung, die vom Landschaftsverband zwar bezahlt, aber von Müller nicht erledigt worden war. Ludger Heyming gestern: "Das war klar erkannt vom Landschaftsverband." Ludger Heyming ist Vorsitzender des Kuratoriums der PAN-Stiftung.

Die Kündigung hatte im Dezember 2007 der Geschäftsführer der PAN gGmbH, Kurt van de Sand, unterschrieben. Er erteilte nach wochenlangem Streit zudem Hausverbot und forderte die Schlüssel zurück.

Verfahren eingestellt

Gründe dafür gab es zwei entscheidende: Im Kündigungsschreiben wurden die nicht durchgeführten Archivierungsarbeiten genannt sowie die Abrechnung der Ausstellung "global move". Aus beiden Angelegenheiten drohten dem Kunstforum Rückzahlungen von Landeszuschüssen. Was dann später auch so eintrat.

Es gab damals auch noch zwei schwere Vorwürfe gegen Müller. Im Kern ging es um Subventionsbetrug. Doch dieses Verfahren ist vor wenigen Wochen von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden. Die Einstellung erfolgte nach Paragraf 153 der Strafprozessordnung. Demnach erfolgt die Einstellung, wenn die Schuld des Angeklagten als gering anzusehen ist und kein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung besteht.

Das ist keine Reinwaschung von Vorwürfen, für Müller aber wohl Anlass genug, nun gegen das PAN zu klagen. Ein Sprecher des Landgerichts in Kleve bestätigte gestern, dass eine entsprechende Klage eingegangen sei.

Die Frage ist, ob Müllers Klage nach drei Jahren nicht ins Leere zielt. Denn offiziell war das PAN Kunstforum damals eine gemeinnützige GmbH, deren Gesellschafter die PAN-Stiftung und der PAN-Förderverein waren.

Diese Gesellschaft ist zur Auflösung beim Amtsgericht angemeldet worden. "Ich weiß aber nicht, ob sie schon im Handelsregister gelöscht ist", so Heyming gestern.

Sollte dies der Fall sein, dürfte es schwer werden für Müller, von der GmbH noch Geld zu bekommen.

(RP)