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Nutzungskonzept für altes Reeser Krankenhaus noch in diesem Frühjahr

Ehemaliges Reeser Krankenhaus : Konzept soll im Frühjahr stehen

Die Stiftung Maria-Johanna-Hospital arbeitet an einem Nutzungskonzept für das alte Krankenhaus. Investoren und Betreiber für Wohnraum und generationsübergreifende Begegnungsangebote müssen noch gefunden werden.

Die Zukunft des ehemaligen Krankenhaus-Gebäudes liegt vielen Reesern am Herzen. Vor allem die prachtvolle Fassade des Altbaus, aber auch der Komplex an sich, der in bester Innenstadtlage liegt und seit langem ungenutzt ist. Das frühere Hospital steht leer, seit dort die orthopädische Reha-Tagesklinik als letzte verbliebene Abteilung des einstigen Krankenhauses geschlossen wurde.

Jetzt, gut sieben Jahre später, scheint endlich Bewegung in die Sache zu kommen. „Wir arbeiten derzeit noch an einem Konzept“, sagte Pfarrer Michael Eiden der RP auf Anfrage. Eigentlich hätte er das gerne schon Ende letzten Jahres vorgestellt. Jetzt hofft er, dass es noch in diesem Frühjahr so weit sein wird. Klar ist, dass die Schaffung von bezahlbarem, barrierefreiem Wohnraum für Jung und Alt sowie generationsübergreifende Begegnungsangebote im Vordergrund bei den Planungen stehen sollen. Mit einer belastbaren Zahlenaufstellung soll dann auf die Suche nach Investoren und Betreibern gegangen werden.

Beim alten Reeser Krankenhaus sitzt Pfarrer Eiden mit im Boot, weil er zugleich auch Vorsitzender der Stiftung Maria-Johanna-Hospital ist. Sie wurde 1849 zur „Förderung der Altenhilfe und des öffentlichen Gesundheitswesens“ in Rees gegründet und ist die Eigentümerin des Krankenhausgeländes. Deshalb soll das etwa 3200 Quadratmeter große Areal so weit wie möglich auch für soziale und öffentliche Zwecke genutzt werden, auf jeden Fall aber so, dass der „soziale Geist der Stiftung“ bei allen neuen Nutzungsmöglichkeiten des alten Krankenhauses erhalten bleiben kann.

Die Stiftung hatte in der Vergangenheit bereits immer wieder einmal verschiedene Anläufe unternommen, um einen neuen Nutzer, Mieter oder auch Käufer für das prominent gelegene Grundstück mitten in der Reeser Innenstadt zu finden. Weil das zunächst nicht gelang, befragte die Stiftung im Herbst 2018 über 2100 Reeser nach dem Zufallsprinzip, welche Nutzung für den Komplex vorstellbar sei und gewünscht werde.

30 Prozent der angeschriebenen antworteten. Mit großer Mehrheit hatten sich seinerzeit die befragten Reeser für den Bau von barrierefreien Mietwohnungen, Betreutes Wohnen für Senioren, Tagespflege-Einrichtungen, generationsübergreifende Wohnangebote und spezielle Gruppenangebote für ältere Menschen ausgesprochen – ein Ergebnis, das auch ganz im Sinne der Stiftung Maria-Johanna-Hospital war.

Auch wenn sie nicht die Eigentümerin ist, für die Immobilie selbst ist momentan noch die Krankenhausgesellschaft „pro homine“ zuständig. Weil das Hospital-Gebäude auch ohne laufenden Betrieb Unterhaltungskosten verursacht, da es ja beispielsweise auch beheizt werden muss, würde es Geschäftsführer Johannes Hartmann „lieber heute als morgen“ sehen, wenn sich eine Lösung ergebe. Der Komplex selbst sei trotz des langen Leerstandes noch in einem sehr guten Zustand.

Zwar sprechen sich die Stiftung und auch die Stadt Rees für einen Erhalt der historischen Fassade aus, die farblich und stilistisch an das Amtsgericht und Haus Aspel erinnert. Doch ein Abriss wäre rein rechtlich durchaus möglich, da das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht.