Rees: Nitrat: "Nicht nur die Landwirte"

Rees: Nitrat: "Nicht nur die Landwirte"

Landwirt Albert Awater weist Vorwürfe des Gewässerschutzvereins zurück.

Kritik hat jetzt der Halderner Landwirt Albert Awater an den Aussagen des in Geldern ansässigen Vereins VSR-Gewässerschutz geübt, über die die RP in der vergangenen Woche berichtete. Dabei ging es um die Nitratwerte im Grundwasser am Niederrhein. Laut VSR seien sie vor allem im ländlichen Raum stark gestiegen. Ursache seien Massentierhaltung und Gülletourismus. Die Umweltschützer forderten deshalb, dass Nutztiere mit regionalen Produkten gefüttert werden sollten und die Einhaltung der Düngeverordnung besser kontrolliert werden müsse.

Albert Awater hält dagegen: "Im Vergleich zum Jahr 2009 hat es bei uns im Kreis Kleve keine Verschlechterung der Nitratwerte gegeben. Das hat der VSR auf seinen Karten selbst dokumentiert." Awater ärgert sich zudem über die seiner Ansicht nach einseitige Darstellung des VSR: "Es wird der Eindruck erweckt, als ob einzig und allein die Landwirte für Nitrat im Grundwasser verantwortlich seien. Dabei gibt es dafür auch noch eine ganze Reihe von anderen Faktoren."

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Awater erklärt: "Wir können nicht machen, was wir wollen. Seit Herbst letzten Jahres ist die neue Düngeverordnung inkraft, die alles streng reglementiert. Die Ströme für Futter, Gülle, Dünger und Mist müssen genau angegeben werden. Die Aufnahme und Abgabe von Gülle und Mist muss darüber hinaus schon seit Jahren in einem Onlineportal dokumentiert werden. Wer dagegen verstößt, muss mit saftigen Strafen rechnen." Die Forderung, Landwirte sollten ihre Nutztiere nur mit regionalen Produkten füttern, sei realitätsfremd: "Das ist gar nicht zu stemmen. Es kritisiert ja auch niemand die Automobilindustrie dafür, dass 90 Prozent der Teile gar nicht im Automobilwerk produziert, sondern zugeliefert werden. Bei uns Landwirten wird da allerdings offenbar eine andere Messlatte angelegt, wenn wir Futter zukaufen."

Außerdem weist Awater darauf hin, dass ein Großteil der auf dem Land produzierten Produkte in den Städten und den Ballungsräumen verzehrt werden. "Für schlechte Nitratwerte in ländlichen Regionen nur die Landwirtschaft verantwortlich zu machen, greift aus diesem Grund zu kurz", findet der Halderner.

(bal)