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Niederlande als Risikogebiet eingestuft, Pendler aus Emmerich und Kranenburg ohne Folgen

Corona und die Folgen : Fahrt über Grenze noch möglich

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat zwar die Niederlande als Risikogebiet für Covid-19 eingestuft, aber die Bürger müssen noch keine besonderen Maßnahmen treffen. Es gibt auch noch keine Folgen für Berufspendler.

Die Gerüchte kursieren bereits im Netz und die ersten Falschmeldungen machen die Runde: Niemand darf mehr in die Niederlande fahren. Wer es doch tut, kommt nicht mehr zurück nach Deutschland. Das allerdings ist, Stand Freitagnachmittag, nicht richtig.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am 2. April um 19.50 Uhr zwar die Niederlande als Risikogebiet für Covid-19 eingestuft. Die Klever Kreisverwaltung schränkt allerdings ein: „Wichtig für die Bürgerinnen und Bürger im grenznahen Kreis Kleve ist, dass sie zunächst keine besonderen Maßnahmen treffen müssen, wenn ein Besuch in den Niederlanden erfolgt ist. Auch für die Berufspendler ergeben sich hieraus keine unmittelbaren Auswirkungen.“

Das ist eine wichtige Nachricht für alle Menschen, die in Grenznähe wohnen. So zum Beispiel die Bürger in Emmerich oder in Kranenburg.

Allerdings heißt es beim Kreis Kleve auch: „Von nicht notwendigen oder touristischen Reisen in die Niederlande wird jedoch abgeraten.“

Wer also am Wochenende mal eben zum Einkaufen in die Niederlande fahren möchte oder auf die Idee kommt, einen Ausflug dorthin zu machen, sollte es aus Sicherheitsgründen einfach nicht tun und stattdessen Zuhause bleiben.

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Der Kreis Kleve verdeutlicht in seiner Mitteilung von Freitagnachmittag deshalb, was internationale Risikogebiete bedeuten: „Internationale Risikogebiete sind Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann. Um dies festzulegen, verwendet das Robert-Koch-Institut verschiedene Kriterien wie Erkrankungshäufigkeit, Dynamik der täglich gemeldeten Fallzahlen, Maßnahmen wie Quarantäne ganzer Städte oder Gebiete oder exportierte Fälle in andere Länder/Regionen. Die Situation wird durch das Robert-Koch-Institut jeden Tag neu bewertet, bei Bedarf werden die Risikogebiete angepasst.“

Dass die Lage ernst ist, hat auch der niederländische Ministerpräsident Rutte deutlich gemacht. Er appelliert an Deutsche und Belgier, sein Land am Osterwochenende wegen der Ausbreitung des Coronavirus nicht zu besuchen. Rutte sagte in Den Haag, grenzüberschreitender Verkehr finde bereits kaum noch statt. Viele Campingplätze und Ferienparks seien geschlossen.

Die niederländische Regierung hat zwar keine vollständige Sperre verhängt, jedoch unter anderem Bars, Restaurants, Museen, Schulen und Universitäten geschlossen. Die Einwohner sind – ähnlich wie in Deutschland – aufgefordert, so weit wie möglich zu Hause zu bleiben und soziale Distanz zu wahren. Am Osterwochende reisen traditionell viele Deutsche und Belgier in die Niederlande. NRW-Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner (CDU) appellierte unterdessen an die Bürger, mit Blick auf die anstehenden Osterferien weiterreichende Ausflüge zu unterlassen. Touristische Übernachtungen seien ohnehin derzeit untersagt: „Wir sind aufgerufen, touristische Reisen in Deutschland und in Nachbarländer zu unterlassen“, sagte er. „Gerade für uns in NRW, wo Europa zur DNA gehört, fällt das schwer. Aber wir müssen uns und unsere Nachbarn schützen.“

Die Bundespolizei und die Polizei in NRW will Ausflügler in den kommenden Wochen stärker kontrollieren und Verstöße gegen Kontakteinschränkungen mit Bußgeldern belegen. Zwar sei es nicht verboten, über die Grenze in die Niederlande zu fahren. Das Land könne deshalb nur „an die Einsicht appellieren, die Kontakte auf eine Person zu reduzieren, es sei denn es ist die Familie“, sagte der Minister.

Der Grenzverkehr zwischen Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden ging laut seinen Angaben in den letzten Tagen ohnehin schon bereits um bis zu 70 Prozent der üblichen Quote zurück.