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Rees: NIAG-Gelände: Weniger Gewerbe, mehr Wohnen

Rees : NIAG-Gelände: Weniger Gewerbe, mehr Wohnen

Die Firma Hüls stellte im Bürgerhaus ihre Pläne für das Areal und das benachbarte Postgelände vor. Auch Kettenbergswall einbezogen.

Wird "Das neue Quartier" eine neue Schokoladenseite der Stadt Rees? Werden die möglichen Bauprojekte "Wohnen am Delltor" und "Wohnen am Stadtgarten" neue Kunden und neue Bürger in die älteste Stadt am Unteren Niederrhein locken? Die Hüls Baukonzepte GmbH aus Bocholt stellte gestern Abend im Bürgerhaus ihre Pläne für die Neubebauung des NIAG-Geländes und des benachbarten Postgeländes vor.

Insgesamt 10.000 Quadratmeter Brachfläche sollen für einen "Mix aus Wohnen, Gewerbe und Einzelhandel" genutzt werden. Sofern sich Investoren für das 12 bis 13 Millionen Euro teure Bauprojekt finden lassen, könnte die Schlüsselübergabe im Jahr 2018 stattfinden.

"Mehr Wohnen, weniger Gewerbe", fasste Bürgermeister Christoph Gerwers das Konzept der Bocholter Projektentwickler zusammen, zu deren Referenzen unter anderem die Hammersen Allee in Bocholt gehört. Der geschäftsführende Gesellschafter Andreas Hüls und die Architektin Isil Medina Arslan hatten dem Rat der Stadt Rees schon am Dienstag ihre Pläne präsentiert. Demnach soll zunächst auf dem 2500 Quadratmeter großen Postgelände ein zweigeschossiger Neubau entstehen. Das Erdgeschoss bietet vier Gewerbeeinheiten mit insgesamt 450 Quadratmetern, die obere Etage hat neun Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 450 Quadratmetern. In Richtung Dellstraße soll ein großer offener Platz mit Außengastronomie, Grünflächen, Sitzbänken und Spielgeräten geschaffen werden.

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Ein Durchgangsbereich mit 23 Bewohnerparkplätzen führt direkt zum 7500 Quadratmeter großen NIAG-Gelände, auf dem ein großzügig dimensionierter zweiter Neubau errichtet werden könnte. Dieser bietet im Erdgeschoss eine Gewerbeeinheit von 1800 Quadratmetern, darüber 20 Wohneinheiten mit insgesamt 1900 Quadratmetern sowie einen zweigeschossigen Trakt für 700 Quadratmeter Bürofläche. Das Dach des Erdgeschosses wird zum Teil begrünt und dient auch der Öffentlichkeit als begehbarer Dachgarten. Im Umfeld des Neubaus "Wohnen am Stadtgarten" sollen 91 öffentliche Parkplätze und 37 Bewohnerparkplätze entstehen.

Alle Fassaden sind inspiriert vom historischen Stadtkern, von der Stadtmauer und von Wehranlagen. Die Projektentwickler sichteten zur Inspiration auch "museale Baupläne" aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, zum Beispiel vom alten Reeser Rathaus. Auch der historische Kettenbergswall, fünf bis acht Meter breit und derzeit kein Kandidat für einen Schönheitspreis, soll in das geplante Projekt einbezogen werden. Er könnte durch Skulpturen aus der Reeser Geschichte und Sagenwelt aufgelockert werden.

Andreas Hüls unterstrich die Barrierefreiheit aller Gebäude und sprach von einem "Mehrgenerationen-Konzept", das dank seiner "marktüblichen Reeser Preise" für die Wohnungen sowohl junge Familien als auch Senioren als Mieter und Käufer ansprechen soll.

Auch Bürgermeister Christoph Gerwers zeigte sich optimistisch, dass das Konzept Bürger und Besucher gleichermaßen anspricht, ohne den Markt und andere Standorte in der City zu schwächen: "Wir haben ein großes Interesse daran, dass der Markt attraktiv bleibt."

Er setzt auf die Zugkraft des Rheins und der Rheinpromenade. So würden die Besucher zum Beispiel einen der neugeschaffenen Parkplätze auf dem NIAG-Gelände nutzen, zu Fuß zum Rhein gehen und dabei auch die Angebote der Gastronomie und des Einzelhandels in anderen Teilen der Stadt nutzen.

Über die Reaktionen, die gestern die Reeser im Bürgerhaus zeigten, berichtet die Rheinische Post in ihrer morgigen Ausgabe.

(RP)