Neumarkt in Emmerich soll im Frühjahr 2021 fertig sein

Neumarkt-Investor Josef Schoofs kündigt an : „Frühjahr 2021 werden wir fertig sein“

Neumarkt-Investor Josef Schoofs sprach auf Einladung des Bürgervereins in der Deutschen Bank über das Großprojekt.

Auch wenn so mancher nicht daran glauben mag, das Ende der Bautätigkeit am Neumarkt ist in Sicht. „Zum Frühjahr des Jahres 2021 werden wir fertig sein“, sagte Thorsten Overländer von der Schoofs Immobilien GmbH, seit rund zwei Jahren Projektentwickler dieser Maßnahme. „Wir wollen jetzt in die Zukunft schauen und haben der Verwaltung einen nachvollziehbaren Bau-Zeitplan vorgelegt.“ Am Mittwochabend stellte er gemeinsam mit Josef Schoofs den Mitgliedern des Bürgervereins Emmerich die konkreten Pläne vor. Direktor Freddy Heinzel konnte rund 30 interessierte Gäste in den Räumlichkeiten der Deutschen Bank begrüßen.

Thorsten Overländer zeigt, wie die Bebauung auf dem Neumarkt aussehen soll. Foto: Monika Hartjes

Schoofs berichtete über sein Unternehmen – in Kevelaer hat er 55 Mitarbeiter, in Frankfurt 65, im nächsten Monat wird in Köln eine Niederlassung eröffnet – und seine ersten Projekte, wie der 1985 in Uedem entstandene Plusmarkt mit Wohnungen. Mittlerweile sind es rund 300. Overländer erläuterte danach, „was hier in den nächsten eineinhalb Jahren errichtet wird“. Den Anfang machte 2011 ein Wettbewerb, die Stadt entschied sich für die Pläne des Architektenbüros Schulz aus Köln, die Schoofs auch so ausführen will.

Das gesamte Neumarkt-Areal umfasst eine Fläche von 9000 Quadratmetern, 4600 davon hat die Schoofs-Gruppe vor eineinhalb Jahren erworben. Die restliche Fläche wird umgestaltet, es entstehen dort rund 80 Parkplätze.

Zurzeit finden die Vorarbeiten für die Tiefgarage statt, die Parkplätze für die Mieter, aber auch etwa 80 öffentliche Parkplätze vorhält. Die Zufahrt erfolgt über „Neuer Steinweg“. In den nächsten Tagen kommen die Baukräne.

Die Logistik für das Gießen der Bodenplatte – 4500 Quadratmeter groß, 60 Zentimeter dick – wurde bereits geplant. „Das wird etwa drei bis vier Wochen in Anspruch nehmen. Damit sich in der Zeit die Betonfahrzeuge nicht in der Innenstadt stauen, werden diese auf dem Wemmer & Janssen-Parkplatz warten, bis sie gebraucht werden“, erklärte Schoofs.

Vom Erdgeschoss wurden rund 3200 Quadratmeter an Edeka Brüggemeier vermietet. „1700 davon belegt Edeka selbst mit einem Frischemarkt, außerdem werden sie eine Außengastronomie betreiben“, sagte Overländer. Zwei Ladenlokale mit 650 und 800 Quadratmetern sollen mit Futterhaus, Action oder mit einem Drogeriemarkt belegt werden. Das sei Sache von Edeka, da würden zurzeit Gespräche geführt. Die Anlieferung der Ware erfolgt über eine eingehauste Rampe mit Rolltor – ohne große Lärmbelästigung für die Anwohner.

Auf das Erdgeschoss kommt eine dreigeschossige Wohnbebauung, die in vier Wohnbereiche geteilt wird. In der Mitte wird ein „Stadtgarten“ mit intensiver Dachbegrünung errichtet, auch barrierefrei zugänglich und bis 20 Uhr für alle Bürger geöffnet. Die rund 4200 Quadratmeter Wohnfläche verteilt sich auf 60 Wohnungen – verschiedene Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, die nicht öffentlich gefördert sind. Jede Wohnung hat eine Loggia oder eine Terrasse.

„Die Mieten orientieren sich an den ortsüblichen Preisen, liegen bei etwa acht bis neun Euro pro Quadratmeter“, sagte der Projektleiter. Außerdem errichtet die Schoofs GmbH ein neues Bürogebäude für die Waisenhausstiftung.

Gerd Bartels fragte nach den Gründen „für den desaströsen Ablauf der Bauarbeiten“. Schoofs listete eine Vielzahl an „Hindernissen“ auf, unter anderem Probleme mit dem Eigentümer des benachbarten Deutsche-Bank-Gebäudes, mit der Baugenossenschaft, mit einem Generalunternehmer, der dann den Vertrag kündigte. „Wir machen das jetzt in Eigenregie“, so Schoofs. Ihm sei in der Stadt eine sehr negative Stimmung entgegengebracht worden, er habe auch mit dem Gedanken gespielt, das Projekt aufzugeben. Immerhin handele es sich um eine Investition von etwa 20 Millionen Euro. „Aber die Zusammenarbeit mit der Verwaltung war immer sehr gut und sehr offen.“ Was denn mit dem Durchstich zur Kaßstraße sei, wollte ein Zuhörer wissen. Dieser sei weiterhin geplant, aber abhängig vom Verkauf der entsprechenden Immobilie. Er stehe mit der Eigentümerin im Gespräch, sagte Josef Schoofs. Ein anderer fragte nach dem Hochwasserschutz. Der sei gewährleistet. Geplant ist ein wasserundurchlässiger Keller. Nur in der Bauphase bestehe ein gewisses Risiko. „Aber nur bei Hochwasser und damit rechnen wir zurzeit nicht.“

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