Emmerich: Neumarkt: Die neue, alte Mitte

Emmerich: Neumarkt: Die neue, alte Mitte

Emmerich soll seine frühere Stadtmitte zurück bekommen. Die Mehrheit aus CDU und SPD hat Mittwochabend im Rat entschieden, dass der Neumarkt mit Geschäften bebaut werden soll. Rewe darf nicht an die Mennonitenstraße.

Die Diskussion führen die Emmericher seit Wochen. Ihre unterschiedlichen Ideen, wie Emmerichs Innenstadt wieder attraktiv werden soll, stellten im Rat und vorher im Ausschuss für Stadtentwicklung alle Parteien noch einmal vor.

Und die lauten – grob zusammengefasst – so: CDU und SPD wollen, dass erst einmal der Neumarkt bebaut wird. Er ist die eigentliche Mitte der Stadt. Und er hat Vorrang. Das alte Center, das der Sparkasse gehört, soll abgerissen werden. An seine Stelle tritt ein Lebensmittelmarkt. Auf den Platz kommen weitere Geschäfte und möglicherweise auch neue Wohnungen. Auf keinen Fall soll Rewe einen neuen Markt auf dem Gelände von Opel-Händler Wemmer & Janssen an der Mennonitstraße bauen dürfen, weil das Kaufkraft aus der Innenstadt abzieht.

BGE, FDP und die Linke sehen es anders. Sie wollen durchaus einen neuen Rewe-Markt an der Mennonitenstraße und glauben nicht, dass dadurch eine Entwicklung am Neumarkt verhindert wird. Zudem zweifeln sie daran, dass tatsächlich ein großer Lebensmittler an den Neumarkt will, weil der Standort angeblich nicht optimal ist. Besonders die FDP fürchtet, dass durch ein Ansiedlungsverbot für Rewe beim Opelhändler Emmerich nie mehr einen Medi Max bekommt. Der sollte bekanntlich ins Rheincenter, wenn Rewe dort für einen neuen Markt das Feld räumt.

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Die Grünen übrigens sind nicht so skeptisch, was einen funktionierenden Handel am Neumarkt betrifft. Im Gegenteil. Das könnte ihrer Meinung nach sogar klappen. Und genau das sehen sie als eine Gefahr. "Jetzt läuft das Rheincenter gerade gut und dann bauen wir am Neumarkt eine Konkurrenz dazu auf", so Ute Sickelmann.

Unterm Strich allerdings setzten sich die Bedenken und Ansichten der vier Oppositionsparteien nicht durch. Udo Jessner betonte in der Sitzung, warum SPD und CDU den richtigen Weg gehen. "Wir haben 2005 beschlossen, dass die Mitte der Innenstadt zwischen Franz-Wolters-Platz (Volksbank) und Alter Markt liegt. Und deshalb müssen wir uns jetzt um den Neumarkt kümmern."

André Spiertz (BGE) dazu: "Der Beschluss damals war ein Fehler. Wir müssen ihn korrigieren."

(RP)
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