Neujahrsempfang 2018 in Haldern: Rückblick auf das vergangene Jahr

Neujahrsempfang in Haldern: "Eine Großgemeinde ist der falsche Weg"

Nach dem Gottesdienst in der Pfarrgemeinde Sankt Georg Haldern war noch lange nicht Schluss. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Felix Schöttler redet beim Neujahrsempfang in Haldern Tacheles.

Nach der Messe traf man sich zum Neujahrsempfang im Jugendheim Haldern. "Ich hoffe, dass Sie nicht nur wegen der Suppe gekommen sind", witzelte Felix Schöttler, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates, bevor er auf das vergangene Jahr zurückblickte und einen Ausblick auf das gerade begonnene wagte.

Felix Schöttler gab einen Rückblick auf das Jahr 2017. Foto: Thorsten Lindekamp

Schon vor den Begrüßungen des Vorstands hatten die Gäste mit Sekt auf das neue Jahr angestoßen. Ein wichtiger Termin für die Katholiken der Gemeinde sei im kommenden Jahr der bundesweite Katholikentag im Bistum Münster, sagte Schöttler. Online oder persönlich könne man sich gerne darüber informieren. Doch die Themen, die ihn für diese Rede am meisten beschäftigten, waren wohl die Fusionsgespräche für eine Reeser Großgemeinde und das immerwährende Problem mit dem Ehrenamt.

"Auch im Pfarrgemeinderat fragen wir uns manchmal wie es mit Ehrenamt und Nachwuchs weitergehen kann. In Sportvereinen, KFD und KAB kann man ebenso Verantwortung übernehmen. Das hat noch keinem geschadet", legte Felix Schöttler den Besuchern nahe.

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Das Thema ist für die Halderner ein ernstes. Die Ehrenamtler könnten nicht immer mehr Aufgaben übernehmen. Besser sei es, sich die Führungsaufgaben zu teilen. So habe sich in Haldern eine Gruppe engagierter Menschen aufgemacht, mit dem Verein "Heimlich Erfolgreich" Spenden zu sammeln, um das Jugendheim zu kaufen. Dass so viele Spenden eingegangen sind, zeige, wie wichtig die Halderner dieses Projekt nehmen. "Jetzt darf sich das Bistum aber nicht der Verantwortung entziehen und muss weiter die Jugendarbeit unterstützen", mahnte der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats.

Wenn es um Halderner Themen geht, nimmt Felix Schöttler kein Blatt vor den Mund. Kirche sei in den vergangenen Jahren stehengeblieben, sagte er. Eine Fusion zur Großgemeine Rees sei dennoch nicht der nicht der richtige Weg. Es gehe darum, dass Kooperation und Eigenständigkeit eine größere Rolle spielen. Man sei im engen Gespräch mit dem Bistum. Und in Haldern selbst? Schöttler ist überzeugt, dass man über das zu reden, was gut gemacht wird, statt "immer über die Fehler zu meckern, die von engagierten Menschen gemacht werden".

Schließlich lauf in Haldern ja vieles sehr gut. So brachte ihm der Satz "Haldern ist eben das beste Dorf", viel Lachen und großen Applaus ein. Am Ende durften sich die Gäste dann an dem von den Messdienern organisierten gemütlichen Zusammensein erfreuen.

(sbl)