Neujahrsampfang in Rees-Esserden: Neuer Verein will Hilfe in Süd-Indien leisten

Neujahrsempfang in Esserden : Schwungvoller Einstand in ein ernstes Jahr

Beim Neujahrsempfang in Esserden wurde über „kleine und große“ Themen diskutiert. Ein neuer Förderverein sagte dem scheidenden Pastor Rajakumar Santiagu Hilfe für sein Projekt in Süd-Indien zu.

Der Sekt ging diesmal auf Norbert Hollands: Der Ortsvorsteher stieß beim Neujahrsempfang im Restaurant „Zur Linde“ mit fast 100 Gästen auf sein zehnjähriges Dienstjubiläum an. Bürgermeister Christoph Gerwers gratulierte dem „sehr rührigen Ortsvorsteher“ zum Jubiläum, aber auch zu seiner „sehr guten und funktionierenden Dorfgemeinschaft“. Einmal mehr hatte der Förderverein „Rond öm de Eik“ eingeladen, in geselliger Runde auf die vielen Orts- und Vereinsaktivitäten im Jahr 2019 zurückzuschauen und allerlei Termine für die kommenden zwölf Monate zu notieren.

Ein Höhepunkt wird die Gedenkfeier am rundum erneuerten Ehrenmal am Samstag, 5. September, sein. Auf den Tag genau 100  Jahre zuvor eingeweiht, wurde das Denkmal unlängst durch die Stadt Rees, den Bauhof, die Esserdener Schützen und ehrenamtliche Helfer fit für die Zukunft gemacht. „Für eine Ausstellung über das Leben vor 100 Jahren suchen wir weiterhin Fotos aus privaten Alben“, sagte Norbert Hollands. Neben traditionellen Veranstaltungen wie dem Seniorennachmittag (4. April), dem Maikönigschießen für Jedermann (1. Mai) und dem Kinderschützenfest (20. Juni) ist für Samstag, 24. Oktober, eine Exkursion zur Zuckerfabrik in Appeldorn geplant. Den Kontakt stellte Landwirt Wilhelm Bußhaus her, der beim Neufahrsempfang auch über die Jagdgenossenschaft Esserden informierte und Fotos von einer öffentlichen Wanderung durch Feld und Flur zeigte.

Wer im Sommer 2019 an der Tour teilgenommen und einen Fragebogen über Landwirtschaft und Jagd in Esserden ausgefüllt hatte, konnte nun Preise in Form von Hasenbraten, Rehkeule und Bierfässchen gewinnen. So erfuhren die Gäste des Neujahrsempfangs unter anderem, dass das Revier der Jagdgenossenschaft Esserden 364 Hektar umfasst, ein Wildblumenstreifen zwölf Meter breit sein muss und zur Gewinnung von einem Kilogramm Zucker sechs bis sieben Zuckerrüben verarbeitet werden. „Mit allen Rüben, die wir in einem Jahr in Esserden ernten, können 20.000 Menschen mit Zucker versorgt werden“, rechnete Wilhelm Bußhaus vor.

Zur musikalischen Unterstützung hatte er ein Jagdbläser-Ensemble mitgebracht, doch auch drei Tanzgruppen des DJK TuS Esserden brachten Schwung in den Neujahrsempfang. Die Tänzerinnen in drei Altersstufen werden auch beim Kinderkarneval des DJK TuS Esserden im Bürgerhaus am Samstag, 15. Februar, und Sonntag, 16. Februar, jeweils ab 15.11 Uhr auftreten. Tickets zum Preis von drei Euro werden samstags, am 25. Januar und 1. Februar, zwischen 15 und 16 Uhr im Karl-Leisner-Heim verkauft.

Pastor Rajakumar Santiagu überbrachte die Grüße der katholischen Kirche. „Ich bin dann mal weg“, sagte der aus Indien stammende Geistliche, der am 25. Februar in seine Heimat zurückkehren wird. „Niemals geht man so ganz“, hielt Johannes Griebler dagegen und stellte den neugegründeten „Leben Trust Förderverein Rees“ vor. Mit zwölf Euro Jahresbeitrag wollen die Mitglieder die Schreinerei, die Pastor Rajakumar in Südindien für junge Männer und Frauen aufbaut, auch in Zukunft von Rees aus unterstützen.

Gastredner Christoph Gerwers wünschte sich und den Zuhörern vor allem Frieden. Das Jahr 2020 habe mit schlechten Nachrichten aus dem Nahen Osten begonnen. Dies sei umso schlimmer, als auch die Stadt Rees im Zweiten Weltkrieg zu mehr als 70 Prozent zerstört worden sei. Der Bürgermeister lud die Zuhörer ein, im Februar und März an Gedenkveranstaltungen zum Kriegsende vor 75 Jahren teilzunehmen.

Große städtische Vorhaben der näheren Zukunft seien der Bau des Freibades für 4,5 Millionen Euro und eine neue Turnhalle an der Realschule nebst Renovierung der Sanitäranlagen für insgesamt 3,2 Millionen Euro. Gerwers kritisierte die zum Teil „endlosen Verfahren“, die auch durch europaweite Ausschreibungen und folgende Klagen zu langen Wartezeiten bei öffentlichen Bauprojekten führen.

(Michael Scholten )