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Neues Stadtmuseum in 's-Heerenberg

Historisches in 's-Heerenberg : Neues Stadtmuseum: Besuch lohnt sich

Bei uns noch wenig bekannt: In 's-Heerenberg ist an der Marktstraat ein kleines Juwel entstanden.

„Auf Adelas und Balderiks Spuren.“ So heißt eine kleine Ausstellung im „Stadsmuseum Bergh“,  dem städtischen Museum  in ‘s-Heerenberg, die am Sonntag, 14. Juli, eröffnet wird. „Die Ausstellung ist auch interessant für deutsche Besucher, denn sie handelt von Personen, die hier in der Region gelebt haben“, erklärt Maria Gertsen, Mitarbeiterin im Museum.

Das Stadsmuseum im Joannes van Esserenhuis an der Marktstraat 3 wurde im Juli 2017 eröffnet. Die Initiative zu dieser Einrichtung ergriff der Geschichtsforscher Hans Hegman, der von geschichtsinteressierten Bürgern wie Maria Gertsen, Adri van Dikkenberg und Frans Nakken unterstützt wurde. Die Fundamente des Hauses stammen aus dem 16. Jahrhundert, um 1870 wurde es umgebaut. In den 20er Jahren war es eine katholische Einrichtung, die unter anderem als Kindergarten, Bibliothek, Nähschule und Patronat genutzt wurde. Benannt wurde das Gebäude nach Pastor Joannes van Esseren, der 1570 im 80-Jährigen-Krieg aufgehängt wurde.

In der Gesamtausstellung des Museums stehen die Lebensgeschichten von fünf Frauen im Mittelpunkt. Neben Adela sind das Maria van Nassau, die Schwester von Wilhelm von Oranien, die Wirtin Lisa, Geliebte eines Grafen, Isa - als einzige fiktive Person, die für die Leibeigenen steht – und Mechteld van Ham, die als Hexe verbrannt wurde.

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Adela war eine sehr mächtige Frau, die im Landesteil Bergh gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann Balderik im 10. Jahrhundert viel Aufsehen erregte. Sie war die jüngste Tochter des Grafen Wichman von Hamaland, dessen mächtige Burg in Hoch-Elten stand. Er hatte zwei Töchter. Um seine Reichtümer zusammen zu halten, ließ Graf Wichmann auf dem Eltener Berg im Jahre 967 einen Stift bauen, wo seine älteste Tochter Liutgardis Äbtissin wurde. Adela war enttäuscht, weil ihr Erbe kleiner ausgefallen war, als sie erhofft hatte.

Verschiedene Exponate sind zu sehen, darunter zwei Originalmünzen, die Adela selbst hatte schlagen lassen. „Das war für die damalige Zeit nicht nur ungewöhnlich, sondern galt auch als ungehörig, da das damals nur das Recht des Kaisers war.“, erzählt Maria Gertsen. „Außerdem zeigen wir eine große Fotokollage , ein restauriertes Modell der Motte Montferland und Gegenstände aus dem 10. Jahrhundert.“

Damit auch die Gäste beiden Seiten der Grenze die Geschichten verstehen, sind die Texte auf den Schrifttafeln in deutscher und niederländischer Sprache gehalten. Es gibt auch eine Audiotour durch das Museum, wobei die deutschen Texte von Dr. Manon Loock-Braun und der ehemaligen Emmericher Stadtführerin Monika Wirtz gesprochen wurden.

Am Eröffnungstag wird die Geschichtenerzählerin Giny Drent vom Leben von Adela und Balderik, die auf der Motte Montferland gewohnt haben, erzählen. Außerdem werden zwei Museumsmitarbeiter in die prächtigen Kostüme der damaligen Zeit und in die Rollen von Adela und Balderik schlüpfen. Ein 15-minütiger Film präsentiert die Geschichte von ‘s-Heerenberg – von der römischen Zeit bis heute. In dem Museum sind außerdem Relikte von der Schützengilde St. Antonius, die 1574 gegründet wurde, zu sehen und verschiedene archäologische Funde. „Es gibt viel zu entdecken“, lädt Adri van Dikkenberg ein.