Neues Citymanagement für Emmerich

Emmerichs Innenstadt soll wieder auf die Beine kommen : „City: Das ist nicht mehr nur der Handel“

Das Büro „Stadt+Handel“ aus Dortmund stellte im PAN vor, wie der Emmericher Innenstadt auf die Beine geholfen werden kann. Eine Citymanagerin unterstützt den Handel. 90 Besucher kamen, unter ihnen nur wenige Kaufleute.

Emmerichs Innenstadt soll wieder an Stärke gewinnen. Dafür legt die Stadt drei Dinge auf: eine personell und finanziell besser ausgestattete Wirtschaftsförderung, ein Sondervermögen mit mindestens zehn Millionen Euro und ein Citymanagement, das mit Geldern des Landes NRW eingekauft worden ist.

Dieses City-Management stand am Donnerstagabend im PAN im Mittelpunkt. Das Unternehmen „Stadt+Handel“ aus Dortmund hat den Zuschlag für Emmerich bekommen. Die Firma kennt Emmerich bereits. Vor zwei Jahren erarbeitete sie für die Stadt das Einzelhandelskonzept. Jens Nußbaum war es damals, der Daten und Erkenntnisse der Politik vortrug.

Lena Börsting ist die neue Citymanagerin. Foto: Markus van Offern (mvo)

Am Donnerstag tat er das erneut. Nur dieses Mal unter der Überschrift Citymanangement. Die Dortmunder bekommen ein Büro in Emmerich und stellen eine Mitarbeiterin ab, die sich um die Förderung der Innenstadt kümmern wird. Lena Börsting heißt sie.

Ein bekanntes Gesicht war ebenfalls vor Ort. Ute Marks (vormals Schulze-Heiming). Ganz früher war sie Chefredakteurin von Antenne Niederrhein, danach leitete sie viele Jahre das Klever Stadtmarketing, bis sie zu „Stadt+Handel“ wechselte. Das Trio stellte klar: Citymanagement funktioniert nur, wenn Hausbesitzer, Händler, Bürger und Stadtverwaltung an einem Strang ziehen.

Nußbaum konkretisierte: Der Handel alleine prägt nicht mehr die Innenstädte. Gastronomie ist wichtig, die Aufenthaltsqualität muss stimmen. Ideen sind gefragt. Und: „Eine attraktive und saubere Innenstadt wird bei den Menschen vorausgesetzt. Ist sie das nicht, kommen sie  nicht wieder.“

Nußbaum hinterlegte seine Thesen mit Grafiken, die manchem Besucher aus Politik und Verwaltung schon bekannt vorgekommen sein mögen. Denn ein Großteil der 90 Besucher im PAN kam aus dem Umfeld der politisch Interessierten. Eine Reihe von Immobilienbesitzern war ebenfalls vor Ort. Die Zahl der Händler lag unter 15.

Die Fragerunde, zu der Ute Marks nach dem Vortrag von Nußbaum einlud, war kurz. Es gab nicht viele Fragen, aber immerhin eine Erkenntnis. Das Citymanagement wird sich zunächst auf einige Immobilien in der Stadt konzentrieren, von denen eine Signalwirkung ausgeht. Sie zu verbessern und „in Wert zu stellen“, wie Marks sagte, ist ein wichtiger Punkt. Ist eine solche Immobilie wieder attraktiv, ist es möglich, dass das Umfeld mitzieht. Dazu muss mit den Eigentümern gesprochen werden.

Im übrigen auch mit Mietern, die ihren Wohnungen in der Innenstadt verschandeln. Günter Kantehm: „Wenn ich sehe, dass meine Mieter Bettlaken statt Gardinen aufhängen, spreche ich mit ihnen und sage ihnen, dass das in Deutschland so nicht gemacht wird. Das ist keine böse Absicht von den Leuten. Sie kennen es oft nicht anders.“

Marks pflichtete bei: „Wir haben in anderen Städten in verschiedensten Sprachen Menschen mit Migrationsgrund auf Dinge hingewiesen, die in unseren Augen nicht richtig laufen. Die Leute wissen das nicht. Mit Gesprächen kann man das abstellen.“

Wichtig auch: Es soll unter der Regie des Citymanagements einen Stadtrundgang geben, der Handel, Immobilien und Qualität der City untersucht. Dem schließt sich ein Workshop an, auf dem Ziele festgelegt werden.

Marks: „Man muss mit den Menschen, die etwas bewegen wollen, beginnen. Ärgern Sie sich nicht über Leute, die nicht mitmachen wollen. Das kostet nur Kraft. Verändern Sie etwas. Das ist der richtige Anfang.“

Hilfreich kann in der Sache sein, dass sich auch die Werbegemeinschaft wieder gefestigt hat, wenngleich vom neuen Vorstand nur wenig zu sehen war. Außer natürlich Wirtschaftsförderin Sara Kreipe, die immerhin ein junges Team aus der Kaufmannschaft um sich geschart hat, das Bewegung in den Handel bringen will.

Das Citymanagement wird hier helfen. Und auch bei ganz anderen Dingen. Nußbaum: „Händler müssen auch im Internet auffindbar sein. Wer für seinen Laden eine Homepage aufbauen will und Hilfe braucht, kann sich an uns wenden.“