Neuer Verein "Lebenswege Niederrhein" in Rees gegründet

Fürsorge : Neuer Verein „Lebenswege Niederrhein“

Mit zehn Ehrenamtlern gründete das Ehepaar Eva Kersting-Rader und Friedrich Kersting den Verein, der sich an alle richtet, deren Lebenssituation sich durch Schicksalsschläge plötzlich geändert hat. Tag der Begegnung am 26. Oktober.

„Trauer ist keine Krankheit, aber sie kann krank machen“, sagt Eva Kersting-Rader. Um das zu verhindern, hält es die geprüfte Bestatterin, zertifizierte Kunsttherapeutin und professionalisierte Verlust- und Trauerbegleiterin für unerlässlich, dass Hinterbliebene nach dem Tod eines geliebten Menschen nicht allein den schweren Weg gehen, sondern sich mit anderen Hinterbliebenen austauschen und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen können. Deshalb haben Eva Kersting-Rader, ihr Mann Friedrich Kersting und zehn weitere Gründungsmitglieder nun den eingetragenen Verein „Lebenswege Niederrhein“ ins Leben gerufen.

Die regelmäßigen Treffen und kostenlosen Angebote des Halderner Vereins richten sich nicht nur an Hinterbliebene, sondern auch an Menschen mit Behinderungen oder onkologischen Krankheiten und deren Familien, also an alle, deren Lebenssituation sich schlagartig geändert hat. Ihnen soll nicht nur psychologisch geholfen werden, sie sollen auch praktische Tipps erhalten, wie und wo sie im Bedarfsfall Anträge auf finanzielle Unterstützung stellen können.

Mit einem ersten „Tag der Begegnung“ im neuen Pfarrsaal der katholischen Kirchengemeinde St. Georg Haldern, Gerhard-Storm-Straße 1, möchte sich der Verein „Lebenswege Niederrhein“ am Samstag, 26. Oktober, bekannt machen. Das Programm, das sich mit einem Wortgottesdienst und Workshops an trauernde Einzelpersonen und Familien richtet, dauert von 11 bis 17 Uhr. Die Workshops werden von Eva Kersting-Rader, von der Pastoralreferentin Barbara Bohnen und von der Trauerbegleiterin Rita Rahkob geleitet. Die Kosten für das Mittagessen und die Getränke betragen 12,50 Euro. Eine Anmeldung unter der Telefonnummer 02850 7306 ist bis Montag, 21. Oktober, erforderlich.

Als Bestatterin hat Eva Kersting-Rader schon immer Trauerarbeit geleistet, seit Anfang 2019 ist sie Vorstandsmitglied im Bundesverband Trauerbegleitung. „Bei unserer Arbeit geht es nicht darum, die Trauer zu bekämpfen“, betont die Haldernerin. „Es geht darum, dieses Gefühl zu akzeptieren, denn das Leben besteht nicht nur aus Freude und Liebe, sondern eben auch aus Schmerz und Trauer.“ Umso wichtiger sei es, den neuen „Lebensweg“ nicht allein zu gehen: „Wenn ihn viele Menschen gemeinsam bestreiten, kann aus diesem unebenen und fremden Pfad irgendwann ein trittsicherer Weg werden.“

Welche Konfession ein Trauernder hat oder ob er sich überhaupt einer Kirche zugehörig fühlt, spielt beim Verein „Lebenswege Niederrhein“ keine Rolle. Auch die Nationalität, das Alter und das Geschlecht sind unbedeutend. Durch das ehrenamtliche Engagement der Vereinsgründer sind die Angebote kostenfrei. Spenden werden angenommen, wer Vereinsmitglied werden möchte, zahlt einen Jahresbeitrag von 36 Euro.

Aktuell bietet der Verein folgende Treffen in Haldern an: Die Gruppe „Menschen in Trauer“ kommt alle 14 Tage mittwochs von 18 bis 21 Uhr im alten Pfarrbüro, Zum Weiher 30, zusammen. Der nächste Termin ist am 6. November. Eine Anmeldung ist, wie bei allen Treffen, unter 02850 7306 oder per Mail an info@lebenskunst-kersting.de erforderlich.

Die Gruppe „Menschen, die von einer onkologischen Erkrankung betroffen sind“ trifft sich ab dem 30. Oktober wieder alle 14 Tage mittwochs von 18 bis 21 Uhr im alten Pfarrbüro. Die Gruppe „Menschen, die von Behinderung bedroht oder betroffen sind“ trifft sich alle 14 Tage donnerstags von 17.30 bis 21 Uhr im Haus Wesendonk, Klosterstraße 15, mit Eva Kersting-Rader. Zeitgleich trifft sich Friedrich Kersting im alten Pfarrbüro mit den Partnern und Angehörigen dieser Gruppenmitglieder.