Rees: Neue Regeln für Radfahrer

Rees : Neue Regeln für Radfahrer

Das Radfahren, vor allem mit elektrischer Unterstützung, wird immer beliebter. Wer in die Pedale tritt, kann sich jetzt durch einige Neuerungen über mehr Sicherheit und Vereinfachungen freuen.

Haben Sie es gewusst? Für Radfahrer gilt grundsätzlich die gleiche Ampel wie für Autofahrer. Fußgängerampeln gelten nur für Fußgänger, nicht für Radler. Wenn die Radfahrer auf einem Radweg fahren, gibt es oft eigene Ampeln für sie - mit einem Fahrradsymbol. Gibt's die Ampel mit dem Radsymbol nicht, ist für die Radfahrer das "Grün" der Hauptfahrbahn maßgebend. "Aber man ist als Fahrradfahrer gut beraten, nicht auf seine Vorfahrt zu pochen", mahnt Achim Jaspers, Sprecher der Kreispolizei Kleve, mit Blick auf abbiegende Autofahrer. Schließlich seien die Folgen eines Zusammenstoßes für Radler in aller Regel deutlich schlimmer.

Die neue Regelung macht den Radverkehr attraktiver und deutlich flüssiger. Was aber noch nicht mit höherer Sicherheit verbunden sei, weiß Jaspers. "In dieser Hinsicht muss auch das Straßennetz noch angepasst werden", sagt er. Dies gelte es auszubauen. "Beispielsweise durch eigene geschützte Bereiche für die Radfahrer, etwa mit einem von der Fahrbahn getrennten Radweg. Oder durch getrennte Fahrstreifen für Radfahrer, so wie man das aus den Niederlanden kenne.

Was sonst noch neu ist? Bisher war es so, dass Kinder bis zu acht Jahren auf dem Bürgersteig fahren mussten, bis zu zehn Jahre alte Kinder durften ihn nutzen. Das ist immer noch so. Aber: Jetzt darf auch die Begleitperson auf dem Bürgersteig radeln.

Anpassungen gab es auch hinsichtlich der technischen Entwicklung heutiger Räder, sprich der Beleuchtung. Waren bisher nur Akkus wie etwa bei den E-Bikes bzw. wiederaufladbare Energiespeicher als Alternative zum Dynamo möglich, so sind jetzt auch batteriebetriebene Scheinwerfer erlaubt. Diese Beleuchtungseinrichtungen mussten bislang ständig - auch am Tage - mitgeführt werden. Auch das hat sich geändert. Laut geändertem Gesetz müssen diese nur bei Dämmerung oder Dunkelheit angebracht und genutzt werden oder wenn die Sichtverhältnisse dies erfordern. "Das ist ein Schritt in Richtung Realität", findet Achim Jaspers. Er nennt weitere Neuerungen: Die Vorschrift, einen zweiten Rückstrahler zu haben, ist weggefallen. Zudem ist jetzt neben Tagfahr- auch Fern- und Bremslicht erlaubt. Letztes wird sich bei Pedelec- und E-Bike-Fahrern mehr und mehr durchsetzen", ist Jaspers überzeugt. Weiterhin sind jetzt zwei Scheinwerfer sowie ein zweites Rücklicht zugelassen.

Jaspers freut, dass die Akzeptanz bei älteren Verkehrsteilnehmern steigt, Fahrradhelme und abends Leuchtkleidung wie Leuchtwesten zu tragen, nachdem man schon seit geraumer Zeit in Schulen und Kindergärten die Kinder auf das Plus an Sicherheit hingewiesen hat.

(rau)
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