Emmerich: Neue Ideen für Hochwasserschutz

Emmerich: Neue Ideen für Hochwasserschutz

Beim Hochwasser-Projekt in Lohrwardt bei Haffen-Mehr hat ein Ingenieurbüro im Auftrag des Deichverbandes Varianten zur Optimierung des Polders entwickelt. Dabei geht es auch um die Folgenutzung des Auskiesunggebietes Reckerfeld.

Der Polder Lohrwardt hat schon mehrfach für Aufsehen gesorgt. Das Projekt am Rhein zwischen Haffen und Mehr wird mit europäischen Mittel mitfinanziert. Sogar aus Fernost waren bereits Deichexperten am Niederrhein, um sich die Deiche und Stauwehre aus der Nähe anzusehen.

Mit zu dem Projekt gehört auch die Abgrabung Reckerfeld, bei der geplant ist, das Gelände später wieder zu verfüllen. Von Seiten der Kiesindustrie war angeregt worden, auf eine Verfüllung zu verzichten, weil dadurch zusätzlicher Retentionsraum für den Hochwasserfall entstehen würde.

Auch beim Deichverband gab es Überlegungen zur Optimierung des Hochwasserschutzes. Ideen, die seinerzeit zu heftigem Widerstand geführt hatten. Ex-Stadtdirektor Gerd Klinkhammer hatte damals einen langen Brief geschrieben und an die Vertragstreue appelliert. Unter seiner Federführung war damals nämlich der Vertrag fixiert worden, der eine Verfüllung vorsieht. Der Deichverband hat jetzt ein Ingenieurbüro die verschiedenen Möglichkeiten für den Polder untersuchen lassen. Die Ergebnisse sollen in der nächsten Woche im Bauausschuss vorgestellt werden. Deichverbands-Geschäftsführer Holger Friedrich stellt klar: "Wir gehen völlig unvoreingenommen und ergebnisoffen in die Diskussion." Es müsse aber nun einmal auch erlaubt sein, über Möglichkeiten nachzudenken, den Hochwasserschutz zu optimieren. Das sei ja gerade Auftrag eines Deichverbandes.

  • Emmerich : Auskiesung Reckerfeld

Durch eine gezielte Steuerung des Polders könnte erreicht werden, dass der Pegel bei Hochwasser um maximal zehn Zentimeter gesenkt werden könne. Und zwar zwischen Mehr und Elten. Da viele Deichtrassen noch vor der Sanierung stehen, wäre das ein zusätzlicher Sicherheitspuffer.

Friedrich betont aber. "Wir sind vertragstreu, eine Änderung von Plänen für Lohrwardt und Reckerfeld kann es nur mit der Zustimmung aller Beteiligten geben." Eben genau das hatte auch die zuständige Kiesfirma Hülskens immer betont. "Wenn auf die Verfüllung gepocht wird, werden wir auch verfüllen", hieß es immer.

(RP)