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Neue Hundewiese der Tieroase Emmerich kommt gut an

Neue Hundewiese der Tieroase : Leinen los an der Viergartenstraße

Die neue Hundewiese der Tieroase Emmerich kommt bei Mensch und Tier gut an. Zwischen 20 und 30 Hunde am Tag toben in dem großen Gehege mit vielen Spielmöglichkeiten herum. In dem Tierheim wird derweil noch renoviert.

Fiete ist kaum zu halten. Freudig jagt der Mischling einige Runden durch das Gehege. Inka schaut ihm schwanzwedelnd zu. Barry zieht sich lieber etwas zurück und beobachtet das Geschehen in einer Ecke liegend, während Ella mit einem Ball spielt. Die Hundewiese der Tieroase an der Viergartenstraße ist an diesem Samstag sehr belebt. „An einigen Nachmittagen kommen insgesamt schon mal zwischen 20 und 30 Hunde“, erzählt Verena Heßeling.

Einige Monate stand das Gebäude, das eine Tierklinik werden sollte und dann zu einem Tierheim umgebaut wurde, leer, bis der Verein Leygrafenhof aus Bedburg-Hau die Trägerschaft übernahm. „Wir sind schon im Vorfeld öfter darauf angesprochen worden. Aber der Spagat über den Rhein erschien uns schwierig. Doch mit unseren ehrenamtlichen Helfern ist die Arbeit zu schaffen“, sagt Beatrix Laporta, Vorsitzende des Vereins, der Mitte Februar die Tieroase übernahm.

Noch muss einiges renoviert und umgebaut werden. „Wir benötigen unbedingt ein Hundebadezimmer mit Waschmaschinenanschluss. Das kostet rund 15.000 Euro“, so Laporta. Und auch das Außengelände muss gesichert werden. Ohne Sponsoren geht so etwas nicht. Im oberen Stockwerk sind die Katzen untergebracht, im unteren die Hunde. Während es im Haus noch etwas ruhiger zugeht, ist draußen auf der Hundewiese während der Öffnungszeiten am Mittwoch und Samstag richtig was los. „Die wird sehr gut genutzt“, erklärte Laporta. Auch von den in der Tieroase untergebrachten Tieren. „Bei uns lernen sie zu hören, stubenrein zu werden und an der Leine zu gehen. Das freie Spielen auf der Wiese ist wichtig für die Sozialisierung. Und die Hunde haben viel Spaß dabei.“

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Es ist erstaunlich, wie friedlich es dort zugeht. „Hier verstehen sich alle Hunde – vom kleinen Yorkshireterrier bis zur großen Dogge“, sagt Heßeling, die ehrenamtlich in der Tieroase hilft. Ihre drei Mischlinge hat sie immer dabei: Nero und Inka kommen aus Rumänien und wurden über den Verein Leygrafenhof vermittelt. Barry kommt aus Spanien. „Den Hunden tut das Spielen hier gut, sie freuen sich darauf.“

Das rund 100 Meter lange und über 20 Meter breite umzäunte Gehege ist ausgestattet mit Tunnel, Hundebrücke, Kleinspielzeug und Bällen, einer „Hundetankstelle“ mit Wasser und einer Hütte als Rückzugsraum. „Ich bin mit Ella jeden Samstag hier. Sie hat das Auspowern nötig“, sagt Ute Schubert, die sich auch auf den Austausch mit anderen Hundehaltern freut. Und auch die Eigentümerin des 20 Monate alten Mischlings Fiete weiß die Vorteile der Hundewiese zu schätzen. „Fiete ist ein Jungspund. In der freien Wildbahn will er immer Autos jagen, hier kann er sich ohne Leine austoben. Je mehr Hunde er um sich hat, umso wohler fühlt er sich.“

„Wir stellen in erster Linie unsere Freilauffläche für Vereinsmitglieder und ehemalige Adoptionshunde zur Verfügung. Aber jeder Interessierte ist willkommen“, sagt Laporta. Natürlich braucht eine Hundewiese Spielregeln. Der Hund muss kastriert, geimpft und Haftpflicht versichert sein. Dann steht dem Spiel nichts mehr im Wege. Und auch die Halter fühlen sich hier wohl: Im Vereinscafé können sie bei einer Tasse Kaffee ins Gespräch kommen.

(moha)