Stellvertretende Wehrleitung Stabwechsel bei der Feuerwehr

EMMERICH · Bei der Emmericher Feuerwehr ist eine wichtige Position neu besetzt worden: Christian Knorr rückt für Martin Kroll ins Amt des stellvertretenden Wehrleiters nach. Er wurde am Donnerstagabend nach sieben Jahren verabschiedet.

Fachbereichsleiterin Nicole Bartsch, der stellvertretende Kreisbrandmeister Norbert Jansen, Andrea und Christian Knorr, Martin und Nicole Kroll, Bürgereister Peter Hinze und Stadtbrandinspekor Martin Bettray.

Fachbereichsleiterin Nicole Bartsch, der stellvertretende Kreisbrandmeister Norbert Jansen, Andrea und Christian Knorr, Martin und Nicole Kroll, Bürgereister Peter Hinze und Stadtbrandinspekor Martin Bettray.

Foto: Markus Balser

In der Führungsebene der Emmericher Feuerwehr ist ein Generationswechsel erfolgt: Christian Knorr (40) übernimmt das Amt des stellvertretenden Wehrleiters. Die letzten sieben Jahre hatte es Martin Kroll inne. Da er in 15 Monaten mit 60 Jahren aus der aktiven Wehr in die Ehrenabteilung wechselt, verzichtete er auf eine weitere Amtszeit, die über sechs Jahre gelaufen wäre.

Am Donnerstagabend erfolgte die Verabschiedung Krolls im Feuerwehrgerätehaus an der Pastor-Breuer-Straße. Gut 100 Feuerwehrleute aus allen Emmericher Einheiten nahmen daran teil, aber auch Vertreter der Feuerwehren aus Kleve, Rees und den Niederlanden sowie der Hilfsdienste THW und Malteser. Mit Bürgermeister Peter Hinze, dem Beigeordneten Stefan Wachs und Fachbereichsleiterin Nicole Bartsch war die Stadtverwaltung ebenso vertreten, wie auch der Emmericher Rat durch einzelne Mitglieder. Der Personalwechsel wurde bereits im letzten Jahr von der Emmericher Politik abgesegnet.

Mit dem gebürtigen Vrasselter Christian Knorr rückt ein Feuerwehrmann mit Leib und Seele in die Führungsriege der Wehr auf. Bereits im Alter von zwölf Jahren trat er der Jugendfeuerwehr bei und blieb der Brandbekämpfung seitdem treu. Sein Wunsch sei es seit jeher gewesen, Feuerwehrmann zu werden. „Vielleicht lag es daran, dass ich als Kind zu oft ,Grisu der Drache‘ geguckt habe, vielleicht aber auch daran, dass die Vrasselter Feuerwehr nur knapp 50 Meter von meinem Zuhause entfernt war“, sagte er mit einem Schmunzeln.

Als hauptamtlicher Feuerwehrmann war er unter anderem in Hilden und Düsseldorf aktiv und kehrte im Jahr 2009 nach Emmerich zurück, wo er seitdem im Löschzug Stadt aktiv ist. Von seinem Amtsvorgänger Martin Kroll und dem stellvertretenden Leiter der Kreis Klever Feuerwehren, Norbert Jansen, bekam er am Donnerstagabend die entsprechenden Schulterklappen angelegt, die seinen neuen Dienstgrad ausweisen. Beide wünschten ihm viel Glück für seine neue Aufgabe.

Zuvor waren die Leistungen Martin Krolls gleich von mehreren Rednern geehrt worden. Bürgermeister Peter Hinze hob das stets vertrauensvolle Verhältnis des bisherigen stellvertretenden Wehrleiters zur Stadtverwaltung hervor. „Er war uns stets ein verlässlicher Partner. Auf seine Meinung wurde immer viel Wert gelegt. Er hat sich den Respekt der Feuerwehrleute verdient“, sagte Hinze, der sich zugleich über Krolls Nachfolger freute: „Er bringt nicht nur die fachlichen, sondern auch die persönlichen Voraussetzungen für dieses Amt mit.“

Auch Stadtbrandinspektor Martin Bettray lobte Kroll, der in seiner Eigenschaft als Ingenieur für Brandschutz viele Dinge innerhalb der Wehr bewegt und angestoßen habe – besonders, was die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Feuerwehrleute anbelangt. „Du hast die Feuerwehr in vielen Bereichen weiterentwickelt“, sagte Bettray. In Vertretung des erkrankten Chefs der Kreis Klever Feuerwehren, Reiner Gilles, zollte dessen Stellvertreter Norbert Jansen Martin Kroll Respekt für dessen Leistungen.

Martin Kroll wird der Emmericher Feuerwehr als aktives Mitglied noch 15 Monate erhalten bleiben. In dieser Zeit will er helfen, angestoßene Projekte zu Ende zu führen. In einer kurzen Dankesrede wies er auf die Vielzahl der Sonderaufgaben hin, die mittlerweile von der Wehr übernommen werden müssten. Als „Denkanstoß“ gab er der Feuerwehr mit auf den Weg, dass nicht nur technische Aspekte im Alltag der Wehr eine Rolle spielen dürfen: „Bei der Feuerwehr geht es nicht nur um das bloße Funktionieren, sondern auch darum, dass der Spaß nicht zu kurz kommen darf. Nur dann können wir als Freiwillige Feuerwehr auch in Zukunft bestehen.“ Wie berichtet, sorgt sich die Emmericher Wehr derzeit nicht als einzige in der Region um ihre Mitgliederstärke. Mit dem „Action Day“ am 16. Oktober am Feuerwehrgerätehaus in Vrasselt sollen aktiv neue Mitglieder gewonnen werden.

Der Emmericher Pastoralreferent Matthias Lattek, zugleich auch Feuerwehrseelsorger, sprach einen persönlichen Segen für Martin Kroll und Christian Knorr. Im Anschluss an den offiziellen Teil blieb noch genügend Zeit für viele persönliche Gespräche und ein geselliges Beisammensein.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort