Vernissage am Samstag Nicht von Pappe: Kunst aus Papier im PAN

EMMERICH · Sehenswert: Die schöne Ausstellung „Paper Art“ widmet sich einem Werkstoff, zeigt aber verschiedene Kunstformen. Am Samstagabend ist die Vernissage.

Mit seinen schwebenden Figuren schafft Jo Pellenz ein ganz besonderes Raumgefühl.

Mit seinen schwebenden Figuren schafft Jo Pellenz ein ganz besonderes Raumgefühl.

Foto: Markus Balser

Neun Künstler, ein Werkstoff, aber ganz unterschiedliche Herangehensweisen – das zeigt die Ausstellung „Paper Art“, die am Samstagabend im „Basement“ des PAN Kunstforum eröffnet wird. Julia Giesers und Sven Nowak von der „Kunstnavigation“ haben die Ausstellung, die zuvor bereits in kleinerem Rahmen in Köln zu sehen war, jetzt nach Emmerich geholt. „Wir sind froh, dass wir hier im PAN den Künstlern mehr Raum geben können“, sagt Sven Novak. Auf 600 Quadratmetern sind im Untergeschoss des Museums Werke von Gosia Richter, Jo Pellenz, Milo und Sebastian Chorus, Katja Kempe, Maria Rohr, Ursula Traschütz, Barbara Remus und Sylvia Dölz zu sehen.

Für einen echten Blickfang hat dabei Jo Pellenz gesorgt. Der Kölner, der auch regelmäßig auf der Kunstmesse im PAN vertreten ist, war gewissermaßen der Ideengeber, für eine Ausstellung, deren Kunst ausschließlich aus Papier gefertigt ist. Seine luftigen Figuren sind an fast unsichtbaren Fäden aufgehängt und durch kleine Steine beschwert. Der Effekt: Sie schweben durch den Raum, bewegen sich im Takt von Luftzügen.

Sylvia Dölz mit einer ihrer Collagen, die von Gemälden auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden sind. Für ihre Bilder verwendet sie Illustrierte.

Sylvia Dölz mit einer ihrer Collagen, die von Gemälden auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden sind. Für ihre Bilder verwendet sie Illustrierte.

Foto: Markus Balser

Originell auch die Papierskulpturen von Ursula Traschütz. Sie arbeitet mit antiquarischen Büchern, deren Seiten sie zerknüllt oder speziell zuschneiden lässt. „Wortgewand“ heißt beispielsweise die auf diese Art entstandene Büste, die tatsächlich wie eine Abendgarderobe wirkt. Verblüffend auch die Arbeiten von Sylvia Dölz. Dass ihre Bilder nicht gemalt oder nachgezeichnet, sondern bis ins kleinste Detail aus Collagen bestehen, sieht der Betrachter erst, wenn er ganz nah davor steht. Neben einer Werkreihe, die ihre Heimatstadt Köln zeigt, gibt es eine zweite unter dem Titel „Das Leben“, in der es auch um Sex geht. „Porno light“, sagt Dölz dazu scherzhaft.

 "Wortgewand" heißt diese Skulptur von Ursula Traschütz, die aus antiquarischen Büchern gefertigt wurde.

"Wortgewand" heißt diese Skulptur von Ursula Traschütz, die aus antiquarischen Büchern gefertigt wurde.

Foto: Markus Balser

Bei Barbara Remus geht es abstrakter zu. Sie hat aus Rändern von Briefmarkenbögen filigrane und farbenfrohe Formen geschaffen – Netzwerke, die alle Länder dieser Welt verbinden.

Mit Julia Giesers und Sven Nowak von der „Kunstnavigation“ sowie Arnd Schäfer vom Grevy Kunstraum arbeiten die Künstler bereits seit Jahren in Köln und Istanbul zusammen. Sie für Emmerich zu vereinen und im Museum auszustellen, war ein Herzenswunsch von Sven Nowak in seinem voraussichtlich letzten Jahr im PAN. Die „Kunstnavigation“ sorgte bereits mit fünf Ausstellungen für viel Aufsehen im Museum und in Emmerich (R.J.Kirsch; H.A.Schult und die „8 Rooms“-Gruppenausstellung sowie die junge gkp Gallery). Zudem brachte sie auch die Street Art Kunst auf die Stadtplatte zum Emmericher Sommer.

Bei der Vernissage (Samstag von 18 bis 21 Uhr) werden alle Künstler anwesend sein. An allen Wochenenden lädt die „Kunstnavigation“ bis zum Ausstellungsende am 12. November zu Führungen auf Englisch, Deutsch und Französisch ein.

Die Öffnungszeiten des PAN: donnerstags bis sonntags: 11 bis 16 Uhr.

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