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Nationalmannschaft und Emmerich: Robin Gosens gründet eine Stiftung

ELTEN : Robin Gosens gründet Stiftung

Der Nationalspieler aus Elten will Kindern und Jugendlichen, die sich durch Schicksalsschläge in einer vermeintlich aussichtslosen Lage befinden, helfen. Die Stiftung heißt „Träumen lohnt sich“.

Robin Gosens hat sich schon immer viele Gedanken über das Leben gemacht. Der deutsche Fußballnationalspieler aus Elten ist sozial engagiert, kommt äußerst authentisch rüber und hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. Mit seinem Auftreten auf und neben dem Platz bei der für Deutschland so enttäuschend verlaufenen Europameisterschaft avancierte er zu einem der wenigen Gewinner im DFB-Trikot. Jetzt hat der 27-Jährige eine Stiftung gegründet, die exakt seinem Lebensmotto entspricht. Die „Träumen lohnt sich Stiftung“ des Profis will Kindern und Jugendlichen helfen.

„Wir setzen uns für Integration,  Chancengleichheit und Barrierefreiheit für den Nachwuchs mit einer Vergangenheit der Flucht, aus sozial schwachen Familien, mit jeglicher Beeinträchtigung, sowie für Kinder und Jugendliche, die durch Schicksalsschläge in einer vermeintlich aussichtslosen Lage befinden, um all denen die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen zu geben, die sie benötigen, um an ihre Träume zu glauben“, umschreibt Gosens den Stiftungszweck.

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„Als Fußballer sehe ich mich in einer privilegierten Lage. Ich denke schon lange darüber nach, wie ich etwas zurückzahlen kann“,  sagt er.

Dass sich Träumen lohnt, weiß Gosens aus eigener Erfahrung. Seine Erfolgsstory ist der beste Beweis dafür. Er war nie in einem Nachwuchsleistungszentrum, der Traum Profi zu werden, schien früh ausgeträumt zu sein.

Doch seine Willensstärke und der Glaube daran, dass sich sein großer Traum doch noch erfüllt, führte letztendlich dazu, dass er Profi wurde. Zuerst beim FC Dordrecht und Heracles Almelo, ehe ihn der Weg in die italienische Serie A führte. Mit Atalanta Bergamo hat er sich in der Spitzengruppe der Liga etabliert und wird nun zum dritten Mal in Folge in der Champions League antreten. Und der Sprung in die deutsche Nationalmannschaft gelang dem offensivstärksten Aussenverteidiger Europas im Vorjahr.

„Mit meiner Stiftung engagiere ich mich für Talente, die einen großen Traum haben und einem großen Ziel entgegenstreben“, erklärt Gosens. Das erste Projekt steht schon in wenigen Tagen an. Gemeinsam mit der DFB-Stiftung Sepp Herberger wird vom 30. Juli bis 1. August das erste „träumenlohntsichcamp“-Camp in Berlin ausgerichtet.

Mit dabei sind unter anderem Mental-Trainer David Kadel, DFB-Psychologe Christoph Herr, Musikmanager Michael Herberger und Ex-Profispielerin  Tabea Kemme. „Mit dem Camp wollen wir Jugendliche erreichen, die ihre Träume noch nicht aufgegeben haben. Wir wollen ihre Stärken stärken und sie auch vorbereiten auf den Fall, dass sich ihre Träume vielleicht auch nicht verwirklichen lassen“, rührt Gosens die Werbetrommel.

Für das Projekt sucht die Stiftung noch zehn Aktive der Altersgruppen U 15 bis U 18, die ambitioniert sind und mit Leidenschaft Fußball spielen, doch noch nicht den Sprung in ein Nachwuchsleistungszentrum geschafft haben.

Bewerbungen sind noch bis zum 24. Juli möglich auf traeumenlohntsich.de,  der Instagram-Seite von Robin Gosens, der Instagram-Seite „traeumenlohntsich“ und auf dem Account der DFB-Stiftungen.

Die Kosten für die An- und Abreise, die Unterkunft und das Programm übernimmt die Stiftung von Robin Gosens. Weitere Projekte regionaler Art hat der Eltener schon geplant.

Gute Erfahrungen sammelte er vor drei Jahren, als er in Bergamo kaum genutzte  Fußballschuhe seiner Mitstreiter bei Atalanta bei einem Turnier in Vrasselt verkaufte. Dabei ging damals ein satter Spendenbetrag unter anderem ans Emmericher Jugendcafé.

In sportlicher Hinsicht hat es Gosens in den zurückliegenden drei Wochen ruhiger angehen lassen. Gemeinsam mit Lebensgefährtin Rabea Böhlke genoss er die Zweisamkeit auf Kreta. Doch damit ist heute Schluss. Das Paar fliegt nach Deutschland zurück, und schon am Mittwoch wartet auf Gosens die erste Trainingseinheit in Bergamo. Denn schon am 22. August steht das erste Punktspiel in der Serie A beim FC Turin an.