Nachbarschaftsärger beim Kanu Club

Reaktionen auf Bauausschuss : Nachbarschaftsärger beim Kanu Club

Das angrenzende Restaurant soll einen deutlich größeren Außenbereich bekommen. Die Zuwegung zur Zeltwiese und zur Aus- und Einstiegsstelle würden die Kanufahrer deswegen abtreten müssen. Das macht schlechte Stimmung.

Die Mitglieder des Kanu Clubs Rees wissen aus anderen Städten an Rhein und Mosel, wie belebend für das Vereinsleben eines Clubs wie dem ihren ein gastronomischer Betrieb als Nachbar sein kann. „Vor allem bei Veranstaltungen wie Bezirksfahrten oder Rallyes wird dort anschließend gern gegessen und gefeiert“, sagt Lothar Krebs. Den Vorsitzenden des Kanu Clubs Rees und seinen Vereinskameraden freut es daher, dass neben ihrem Bootshaus bald ein neues Restaurant eröffnen wird. „Aber“, schränkt Vereins-Vize Uwe Kemkes ein, „hellhörig sind wir geworden, als im Bauausschuss Anfang September die Rede davon war, dass die Außengastronomie des neuen Restaurants bis zur künftigen Hochwasserschutzmauer ausgeweitet werden soll.“

Der Plan, die Attraktivität der Gastronomie zu steigern, treibt den Mitgliedern des Kanu Clubs die Sorgenfalten auf die Stirn. Denn damit verliert der Kanu Club seine Zufahrt über die Straße Vor dem Rheintor zu seinem Zeltplatz und zu seiner Zuwegung zu An- und Ablandestelle. Für den 130 Mitglieder zählenden Club ein Ärgernis in Hinblick auf seine größeren Veranstaltungen, wenn dies auch nur drei, vier im Jahr sind. „Wie sollen bei Festivitäten wie einer Bezirksfahrt die Teilnehmer, die mit großen Anhängern anfahren, zur An- und Ablandestelle kommen?“, fragen sich die Mitglieder. „Wir haben auch so schon als Verein zu kämpfen“, klagt Krebs. Biete man solche Feste nicht mehr an, verliere der  Club schnell an Attraktivität. Denn nicht klar sei, wie lange die Bauzeit der dortigen Hochwasserschutzmauer in Anspruch nehme. Man fürchte, Jahre. Die Skepsis beruhe, so Uwe Kemkes, auf den Erfahrungen, die man mit der Sanierung der rheinseitigen Mauer zum Bootshaus gemacht habe. „Schon 2011 hatten wir die komplette Erneuerung der Mauer beantragt“, erzählt Uwe Kemkes. Letztendlich habe man sie aber nur sanieren dürfen, das bereits georderte größere Tor nicht einbauen dürfen. Die Düsseldorfer Bezirksregierung habe ihr Veto gegen Neubau und größeres Tor eingelegt. „Zu einem Zeitpunkt, als die Bagger fast schon auf dem Gelände standen“, sagt Kemkes.

Dem vom Verein genannten Zeitfenster widerspricht Holger Friedrich, Geschäftsführer des Deichverbands Bislich-Landesgrenze. „Natürlich wird es Einschränken während der Bauphase geben, schon aus Sicherheitsgründen“, bestätigt Friedrich.

Man wisse zwar noch nicht, welche hoffentlich leistungsstarke Firma den Zuschlag für den Bau erhalte, aber er, Friedrich, gehe davon aus, dass die akute Bauzeit nur ein Sommerhalbjahr in Anspruch nehme. „Während dieser Phase werden wir den Kanuten eine Wegebeziehung in vertretbarer Entfernung anbieten“, so Friedrich. Die Anfahrten größerer Gefährte müssten über die Zufahrt Westring zum Bootshaus abgewickelt werden“, hält er für vertretbar.

Zum Westring hat der Kanu Club vor geraumer Zeit das Tor bereits vergrößert. In der Hoffnung, auch rheinseitig ein großes Tor einbauen zu dürfen. Was, wie gesagt, nicht gestattet wurde.

Eine weitere Sorge der Kanuten ist der Brandschutz. „Auch dafür ist die Zufahrt wichtig“, stellt Uwe Kemkes klar und erinnert an den Brand vor Jahren im Bootshaus. Damals habe die Feuerwehr rheinseitig gelöscht, sei mit ihrem Löschfahrzeugen über die Straße Vor dem Rheintor angerückt. Der Verein hat sich nun ins Verfahren eingebracht mit einer Stellungnahme. Darin wird gefordert, die Zuwegung zur Zeltwiese bezihungsweise zur Aus- und Einstiegsstelle zum Ufer in jedem Fall ganzjährig bis zur Fertigstellung der Hochwasserschutzmauer zu erhalten. Übrigens: Nach Abschluss der Bauphase wird der Kanu Club über die Wardstraße an sein Gelände heranfahren können.

(rau)