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Isselburg: Nach Zwist: Kleideiter tritt aus der SPD aus

Isselburg : Nach Zwist: Kleideiter tritt aus der SPD aus

Der Isselburger hat mit einem anderen Fraktionsmitglied der Genossen unüberbrückbare Differenzen.

Lange hat es bei den Genossen schon gebrodelt. Doch nun hat es richtig geknallt - und das für alle sichtbar. Felix Kleideiter verkündete am Ende der Ratssitzung, dass er ab sofort nicht mehr Mitglied der SPD sei und verließ die Räumlichkeiten.

"Leicht ist mir die Entscheidung nicht gefallen", erklärt er am Tag danach. Mehr noch: "Ich habe einige schlaflose Nächte hinter mir", so der Isselburger, der bislang das Amt des zweiten stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden inne hatte. Einen konkreten Grund hat Felix Kleideiter für seinen Entschluss aber schon. "Es gibt eine Person in der Fraktion, die keine Leistung bringt, aber trotzdem immer wieder Ansprüche stellt." Schon seit Jahren würde hier ein Streit vor allem zwischen ihm und besagtem SPD-Mitglied, dessen Namen er nicht nennen will, schwelen. Immer wieder vergesse man über die normale Tätigkeit innerhalb der Fraktion die Unstimmigkeiten, so Kleideiter.

Doch es hat vor allem innerhalb seiner aktiven Zeit Momente gegeben, da blitzte der Disput auf. Nämlich immer dann, wenn innerhalb der Fraktion ein Kandidat für das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters der Stadt Isselburg vorgeschlagen werden sollte. Kleideiter kandidierte innerhalb seiner Partei gegen die besagte Person. Zwar setzte er sich intern durch, doch die Quittung gab es dann in der öffentlichen Abstimmung im Rat. Denn dort bekam er nicht alle Stimmen aus seiner Partei. Mehr noch. "Eine Stimme zur Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters war sogar ungültig." Und die, so ist er sich sicher, kam eindeutig aus den eigenen Reihen.

"Ich wollte, dass das Konsequenzen hat", so der Rentner. Bei seinen übrigen Fraktionsmitgliedern brachte er einen Fraktionsausschluss der anderen Person ins Spiel. "Ich dachte, ich hätte die Unterstützung meiner Parteimitglieder", so der 66-Jährige. "Schließlich fängt man keinen Krieg an, den man nicht glaubt gewinnen zu können." Doch in einer dann angesetzten Abstimmung innerhalb der Fraktion geschah für Kleideiter das Unfassbare. Zwei stimmten für einen Ausschluss, zwei dagegen und drei enthielten sich. "Ich sah daher keine andere Möglichkeit, als die Partei zu verlassen", sagt Kleideiter.

So wird sich der Isselburger Politiker auch weiterhin als gewähltes Mitglied des Rates für die Belange der Isselburger einsetzen. Nur wird er nicht mehr in den Reihen seiner alten Fraktion sitzen, sondern sich einen anderen Platz suchen müssen. Dr. Theodor Beine, Fraktionsvorsitzender der SPD, wusste im Vorfeld von dem Entschluss seines ehemaligen Genossen. Welche Konsequenzen es nun geben wird, das konnte Beine noch nicht sagen.

(seul)