Nach tödlichem Unglück: Unfallkommission beschließt keine Maßnahmen für die L7

Nach tödlichem Unfall in Rees : Rees: Kein Tempo 50 für die Weseler Landstraße

Für die L7, an der sich im Januar ein tödlicher Unfall ereignete, werden keine Maßnahmen getroffen. Laut Unfallkommission des Kreises Kleve ließe sich weder eine Querungshilfe noch ein Tempolimit begründen.

  Blumen und ein schlichtes Kreuz zieren seit einigen Wochen jene Stelle, an der es Anfang des Jahres einen schrecklichen Unfall gab. Wie berichtet, war eine 19-Jährige Frau, die in der Flüchtlingsunterkunft am Groiner Kirchweg wohnte, am 9. Januar abends im Dunkeln beim Überqueren der Weseler Landstraße (L7) vom Pkw einer Frau erfasst worden, die in Richtung Emmerich unterwegs war. Die 19-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt und in eine Spezialklinik gebracht. Noch in der Nacht des Unfalls erlag sie dort ihren Verletzungen.

Das Unglück hatte sich an jener Stelle ereignet, für die Anwohner schon seit Einrichtung der Flüchtlingsunterkunft am Groiner Kirchweg eine Entschärfung der Straße gefordert hatten. Das Problem an dieser Stelle: Der Weg über die L7 ist für Fußgänger der kürzeste von der Unterkunft zur Innenstadt. Er wird von manchen eher eingeschlagen als der durch eine etwa 150 Meter entfernte Ampel gesicherte an der Rauen Straße.

Nur kurze Zeit nach dem Unglück nahm eine Sonder-Unfallkommission, der Vertreter der Straßenverkehrsbehörde des Kreises Kleve, der Stadt Rees, der Polizei und der Landesbehörde Straßen NRW angehören, die Stelle unter genauer die Lupe. Die Ergebnisse der Untersuchung stehen jetzt fest: Es wird keine Maßnahmen zur Entschärfung für die L7 geben.

Wie der Kreis Kleve am Montag mitteilte, könnten nach Auswertung des Verkehrsprofils und Ermittlung der Fußgängerzahl, die hier zu verschiedenen Tageszeiten die Straße überqueren, keine Maßnahmen empfohlen werden. Weder eine Querungshilfe, noch eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 Stundenkilometer seien angezeigt.

Aus Sicht der Sonderunfallkommission sei die Aufklärung über den Gefahrenbereich das sinnvollste Mittel, um Verkehrsunfälle an dieser Stelle zu verhindern. Dazu werden die Bewohnerinnen und Bewohner der Zentralen Unterbringungseinrichtung regelmäßig wiederkehrend auf den sicheren Weg in die Innenstadt über die Ampelkreuzung Melatenweg hingewiesen, der einen zumutbaren Umweg von rund 150 Meter bedeutet. Die Aufklärung über den Gefahrenbereich und die Hinweise auf die sichere Alternative werden sowohl von der Einrichtung als auch von der Stadt Rees sehr ernst genommen und in verschiedenen Sprachen kommuniziert.

Die Entscheidung gegen eine Querungshilfe sei auch durch Richtwerte begründet, die laut den Empfehlungen für Fußgängerverkehrsanlagen bei 50 Personen in Spitzenstunden liegen. Die Zählungen der Stadt Rees ergaben eine deutlich niedrigere Zahl von nur vier bis höchstens 18 Personen, die die Weseler Landstraße dort zu Fuß in der Stunde überqueren. In Zusammenhang mit der Tatsache, dass der Umweg von rund 150 Metern das sichere Überqueren ermöglicht, wäre hier eine zusätzliche Querungshilfe nicht angezeigt.

Für eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 50 Stundenkilometer müsste es sich um eine Stelle handeln, an der sich häufig Unfälle ereignen. „Der tragische Unfall im Januar alleine kann die Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 50 leider nicht begründen“, so der Kreis Kleve. Hinzu komme, dass die Geschwindigkeitsmessungen an dieser Stelle keine überhöhten Geschwindigkeiten ergaben.

(Markus Balser)
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