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Monika Buchen zeigt ihre Bilder im Haus im Park in Emmerich

Von MARKUS BALSER : Komplexe Angelegenheiten

Das Haus im Park zeigt ab Samstag Arbeiten von Monika Buchen. Die aus Emmerich stammende Künstlerin war während des Lockdown besonders kreativ. Ihre Malerei lebt vom Zusammentreffen spannungsvoller Gegensätze.

Für den Emmericher Kunstverein nimmt das Kunstjahr 2021 langsam an Fahrt auf. Nachdem monatelang gar nichts möglich war, gibt es jetzt wieder kulturelles Leben im Rheinpark und zwar Schlag auf Schlag. Gerade erst ist die originelle Ausstellung „Hip To The Game II“ beendet worden, während die beiden Hochsitz-Installationen „Die Soundbox meiner Stille“ von Monika Nelles noch bis zum 30. Juli zu sehen (und zu besteigen) sind. Bereits am kommenden Samstag wird schon die nächste Ausstellung im Haus im Park eröffnet. „Complex Matters“ von Monika Buchen.

Die aus Emmerich stammende Künstlerin hatte bereits vor ein paar Jahren einmal bei einer Sammelausstellung einige ihrer Bilder im Haus im Park gezeigt, jetzt ist sie für eine Einzelausstellung zurückgekommen. Insgesamt 22 Arbeiten hat sie diesmal mitgebracht, alle entstanden in den letzten sieben Jahren, wobei nicht wenige aus der Lockdown-Phase stammen. „Diese Zeit habe ich gut nutzen können“, sagt Buchen.

Ihre Arbeiten basieren auf den Zusammentreffen spannungsvoller Gegensätze. Es gibt streng geometrische Formen und gleichzeitig Abstraktion. „Da kann es auch schon mal ganz schön wild zugehen“, sagt die in Kleve lebende und arbeitende Künstlerin.

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Die Brüche in ihren Bildern sind gewollt. Da gibt es zum Beispiel jenes Motiv, das der Ausstellung ihren Namen gab. Klare Linien sorgen für Räumlichkeit und Tiefe und scheinen für eine simple Bildsprache zu stehen, die dann aber von Farbflächen und Mustern ad absurdum geführt wird. Ist es ein Prisma, das hier das Licht oder vielleicht sogar den Raum bricht?

Monika Buchen (Jahrgang 1972) stiftet gerne diese Verwirrung. „Grundsätzlich verstehe ich meine Arbeiten als abstrakte Reflexionen auf visuelle und emotionale Eindrücke im alltäglichen Leben“, sagt sie. Eine Einstellung, die sich auch in ihrer Arbeitsweise niederschlägt. Mit den klar erkennbaren Formen beginnt sie und überlagert sie dann mit ihrer expressiven Malweise. Und es ist genau diese Schichtenmalerei, die den gewünschten Effekt verursacht.

So wie etwa auf dem großformatigen Bild, auf dem man einen Baukörper erkennt. Der architektonischen Form, nähert sich eine dunkle, unförmige Fläche. Fast schon ein wenig bedrohlich wirkt das Spiel mit Statik und Dynamik, mit Innen und Außen, Struktur und Strukturlosgkeit, Abgrenzung und Überscheidung.

Monika Buchen arbeitet mit Acrylfarbe, aber auch Asche, Graphitstifte, Marker oder Tusche kommen zum Einsatz. Sie malt, sprüht, lasiert oder wendet die Drip-Technik an. So unterschiedlich ihre Herangehensweise auch ist, so unterschiedlich die von ihr verwendeten Materialien sind, die Ergebnisse funktionieren.

Oliver Kretschmann, der in diesem Jahr für den Emmericher Kunstverein die Ausstellungen im Haus im Park organisiert, war auf Monika Buchens Arbeiten im Internet aufmerksam geworden. Kretschmann hat bereits die nächsten Ausstellungen für dieses Jahr im Blick.

Bei der Finissage von Buchens Werken wird er die Ausstellung mit seinen hier schon häufiger gesehenen Lichtprojektionen begleiten, die auch mit den Arbeiten Monika Buchens und dem Herstellungsprozess ihrer Bilder zu tun haben. Wenn es das Wetter zulässt, wird das Haus im Park von außen angestrahlt, die Finissage findet im Freien statt. Es gibt Sitzplätze, kühle Getränke und Musik vom „Funkhaus Emmerich“.

Monika Buchens Bilder kann man übrigens auch kaufen. Die Preise variieren zwischen 175 und 1600 Euro. Ebenfalls erhältlich ist ein Kunstkatalog mit den Arbeiten Buchens (6 Euro).