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Rees: Mit Oldenkott-Pfeifen ist Rees in aller Munde

Rees : Mit Oldenkott-Pfeifen ist Rees in aller Munde

Bei der Ausstellung zur Geschichte der legendären Fabrik stellte Alexander Strähnz die neu aufgelegten Modelle vor.

Es gibt sie wieder, die bekannten Oldenkott-Pfeifen. Im Rahmen der Ausstellung zum 175-jährigen Bestehen der Tabak- und Zigarrenfabrik Oldenkott, die gestern im Koenraad-Bosman-Museum eröffnet wurde, verkaufte der Kölner Anwalt Alexander Strähnz die Pfeifen in drei verschiedenen Ausführungen. "Ich freue mich, dass ich diese Pfeifen nach Rees zurückbringen kann", sagte er. "Ich schaffe zwar keine Arbeitsplätze, aber ich hoffe, dass durch die in aller Welt bekannten Pfeifen auch Rees wieder in aller Munde ist. Mein Herz hängt an dieser Idee, seitdem ich Pfeife rauche."

Bei der Ausstellungseröffnung bot er sie zum ersten Mal an: die "sandgestrahlte" Ausführung zu 49,50 Euro, die dunkle polierte zu 79,50 und die Bruyère-Pfeife aus dem hellen Wurzelholz der Baumheide zu 99,50 Euro. "Die Oldenkott-Pfeife war eine Pfeife für Jedermann, deshalb biete auch ich sie zu moderaten Preisen an", so der Kölner.

Vor 22 Jahren hatte der damals schon leidenschaftliche Pfeifenraucher die Pfeifen-Fabrik besucht, die zu der Zeit in der alten Esserdener Schule untergebracht war. Betriebsleiter Heinz Heimann führte ihn herum. "Ich war sehr beeindruckt, das ließ mich nicht mehr los", sagte Strähnz.

Als im letzten Jahr das Schutzrecht an der Marke auslief, beantragte er das Recht und ließ in Italien unter dem Namen "Hendric´s Oldenkott senior & Comp. Rees" 600 Stück produzieren. "Den Vertrieb übernimmt der "Pfeifen-Papst" Pfeifen-Heinrichs in Köln, aber es wird sie auch wieder in Rees geben. Das Lotto-Toto-Geschäft Venhoven in der Rünkelstraße wird sie anbieten", so Alexander Strähnz.

Wie man die neu erworbene Pfeife behandeln soll, das konnte man gleich in der Ausstellung erlesen, denn dort gab es neben Pfeifen, Geschichtlichem, Betriebsfesten, Berichten über die betriebseigene Blaskapelle auch Hinweise zum Gebrauch der Pfeife: Beim Einrauchen ganz langsam ziehen, nicht so, dass die Pfeife ausgeht. Jedoch soll der Pfeifenkopf vor allem beim Einrauchen nicht heiß werden. "De Pief muß esu gestoppt sin, dat ungen e Mus un boven e Lus Plaatz hätt", stand da. (Die Pfeife muss so gestopft sein, dass unten eine Maus und oben eine Laus Platz hat.)

Dass viele Reeser sich an die Oldenkott-Fabrik erinnern konnten, zeigte der riesengroße Ansturm. "1950 waren über 500 Leute dort beschäftigt", sagte Bürgermeister Christoph Gerwers, der die Gäste begrüßte. Archivarin Tina Oostendorp, die die Ausstellung mit Eila Braam zusammenstellte, gab einen Rückblick auf die Geschichte der Fabrik, die 1992 aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen wurde. Ende der 60er Jahre wurden noch bis zu 44000 Pfeifen pro Monat produziert, damit avancierte Oldenkott zum größten Pfeifenproduzenten in Europa. Im letzten Betriebsjahr stellten die verbliebenen 16 Pfeifenmacher lediglich 58000 her. Die Ausstellung geht bis zum 16. Februar.

(moha)