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Emmerich: Milchlieferant aus Grietherbusch

Emmerich : Milchlieferant aus Grietherbusch

Ulrich Lörcks hat 200.000 Euro in vier Milch-Tankstellen investiert. Das Automaten-System, das für Frischmilch in vier Supermärkten auf der anderen Rheinseite sorgt, hat auch Vorteile für die Umwelt.

Bewegen können sie sich im Boxen-Laufstall, bekommen gutes, garantiert genfreies Futter, und zum Melken trotten die 120 Milchkühe, wann immer sie zum Melk-Roboter wollen. "Die machen das alleine, hier bei uns auf dem Rosenhof herrscht freier Kuhverkehr", lacht Landwirt Ulrich Lörcks. Seit einigen Tagen kann man als Kunde die Milch übrigens direkt beziehen: "Wir betreiben neuerdings auf der linken Rheinseite vier Milch-Automaten in Lebensmittel-Geschäften", sagt der 38-Jährige.

Auch wenn der Start etwas holprig war: "Jetzt klappt's", freut sich der Grietherbuscher über die Tag für Tag steigende Nachfrage. Die Automaten stehen bei Rewe in Kalkar, Edeka in Goch, Rewe in Kevelaer und bei Edeka im Klever EOC.

180 Liter frische Milch fassen die Behälter, die sich maximal zwei Tage vor Ort an den vier Standorten in den Automaten befinden, bevor sie ausgetauscht werden. Pro Automat hat Lörcks zwei Tanks zur Verfügung. "Der eine ist im Automaten, während der andere auf unserem Hof gereinigt und wieder aufgefüllt wird", erklärt der Milchbauer.

Die Idee für das neue Standbein, das er sich jetzt aufbaut, hatte Ulrich Lörcks vor einigen Monaten. "Zunächst habe ich das alles mit dem Kreisveterinäramt in Kleve durchgesprochen, bei dem man mich nach intensiver Beratung ermutigt hat, es zu tun", erzählt der Landwirt. Eigentlich wollte seine Frau Esther ja, dass sie die Milch auf dem Rosenhof verkaufen. "Da hätten wir aber die Kundschaft nicht", ist sich Lörcks immer noch ziemlich sicher.

Nachdem er seine Idee dann den Lebensmittel-Discountern vorgestellt hatte, gaben diese schnell grünes Licht, wollten da auch mitmachen. In seiner "Mini-Molkerei" auf dem Rosenhof wird jetzt frühmorgens die Milch pasteurisiert, dann im Kühltank auf vier Grad gebracht und spätestens nach einem halben Tag ausgeliefert.

"Klar, dass die Hygiene-Vorschriften eingehalten werden", versichert er. Soll heißen: Die komplette Technik an den Automaten werde bei jeder Lieferung ausgetauscht und auf dem Hof in der eigens angeschafften Spülstraße gereinigt und bei der nächsten Milchlieferung wieder eingesetzt. Also ein ständiger Austausch-Kreislauf vor Ort.

Zwar hat Lörcks in den ersten Tagen die Tanks nicht komplett gefüllt, doch von Tag zu Tag wird wohl mehr geordert. "Edeka in Goch hat schon angerufen, dass der Automat leer ist", freut sich der Milchbauer, der das Gros seiner Milch, täglich gut 3000 Liter, weiter an die Molkerei Hochwald bei Köln liefert.

Dennoch: Mit den Milchautomaten möchte sich Lörcks perspektivisch ein neues, weil auch umweltverträgliches Standbein aufbauen. "Nicht nur, dass die Milch nicht mehr so weit transportiert werden muss. Es fällt auch kein Verpackungsmüll mehr an", unterstreicht er. Denn angeschafft hat er sich auch 12.000 Ein-Liter-Glasflaschen, die der Kunde für einen Euro die Flasche kaufen kann. Der entsprechende Automat steht gleich neben der Milch-Tankstelle.

Und was auch nicht unwichtig ist: Ein Liter frische Milch vom Niederrhein, so der Slogan, mit dem Lörcks wirbt, kostet 1,30 Euro - "Fast der gleiche Preis wie für andere Milchmarken", sagt der staatliche geprüfte Landwirt.

(rey)