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Emmerich: Milchbauern blockieren Kreisverkehr

Emmerich : Milchbauern blockieren Kreisverkehr

Bei einer spontanen Protestaktion haben Monatgabend Landwirte aus Rees und Emmerich immer mal wieder zeitweise den Kreisverkehr in Rees dicht gemacht. Sie drehten in dem Kreisel mit ihren Traktoren Runden, so dass die wartenden Autos nur noch schwer den Bereich durchqueren konnten und sich öfters ein Rückstau bildete.

Eine Aktion, die eher zufällig entstand. Denn eigentlich wollten sich die heimischen Milchbauern am Kreisverkehr lediglich der Sternfahrt der Landwirte nach Brüssel anschließen. Doch da sich die Abfahrt der anderen Bauern in Münster verzögert hatte, lag man weit im Zeitplan zurück. Gleich mehrere Stunden mussten die Landwirte am Kreisverkehr in Rees warten, bis die anderen Fahrzeuge dazustießen.

Druck auf Brüssel machen

Die Wartezeit nutzten die zumeist jüngeren Landwirte, um auf Transparenten auf ihre Aktion aufmerksam zu machen und immer mal wieder den Kreisverkehr lahm zu legen. Viele versammelten sich auch mitten auf der Insel im Kreisverkehr. Das Ganze hatte zeitweise fast Happening-Charakter. Die Polizei war vor Ort und sorgte dafür, dass alles im Rahmen blieb. "Es gab keine größeren Probleme, unsere Beamten und die Landwirte waren in ständigem Dialog", sagte ein Polizeisprecher. "Eine solche Aktion war überfällig, denn es muss sich etwas ändern, damit wir Landwirte überleben können", sagte Landwirt Christoph Beenen aus Androp. Denn die Milchpreise sind schon länger im Keller. Auch der Streik hat wenig geholfen, auf Dauer Stabilität in den Preis zu bringen. Beenen beschreibt die Situation ganz plastisch: "Neulich habe ich mir eine Couch gekauft. Die wurde nur hergestellt, weil ich sie bestellt habe. Zu einem solchen System müssen wir auch bei der Milch kommen. Es darf nur das produziert werden, was der Markt nachfragt."

Mit der Sternfahrt wollen die Landwirte bei der Tagung des Ministerrates in Brüssel Druck auf die Politiker machen. "Wir müssen unbedingt den Preisverfall stoppen", sagt Robert van Ackeren aus Dornick, stellvertretender Kreisvorsitzender des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM). Auch er fordert, die Quote an den Markt anzupassen. Nur so könne den Bauern auf Dauer ein angemessener Preis für ihre Milch gezahlt werden.

Von Rees aus wollten die rund 250 Schlepper zunächst nach Emmerich und dann weiter zum Hof des BDM-Kreisvorsitzenden Elmar Hannen in Kleve fahren. Unterwegs schlossen sich weitere Bauern in Praest und an der Rheinbrücke Emmerich an. Weiterer Bericht Seite C 7

(RP)