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Emmerich: Mess-Station an Betuwe-Linie in Gefahr

Emmerich : Mess-Station an Betuwe-Linie in Gefahr

Der Erhalt der Tüv-Mess-Station bei Hamminkeln, die Lärm und Zugbewegungen auf der Betuwe-Route ermittelt, steht auf der Kippe. Zwei Gemeinden wollen aus der Finanzierung aussteigen, darunter die Stadt Rees.

Rees wird die Finanzierung nicht weiter mittragen, sagte Bürgermeister Christoph Gerwers klipp und klar: "Wir sehen darin keinen Sinn. Über zwei, drei Jahre haben wird diese Mess-Station mitbezahlt. Die Ergebnisse liegen vor", erklärte er. "Wir sind der Auffassung: Sie wird uns keine weiteren Erkenntnisse bringen, die uns im Planfeststellungsverfahren helfen werden."

Der Betrieb der Mess-Station soll pro Jahr etwa 25 000 Euro kosten. Bislang wurde diese Summe unter den Anliegerkommunen aufgeteilt: Emmerich, Rees, Hamminkeln, Wesel, Voerde, Dinslaken und Oberhausen sind dabei gefragt.

Außer Rees hat sich aber auch Oberhausen klar gegen die Weiterführung der Station ausgesprochen, sagte jetzt der Bürgermeister der Stadt Hamminkeln, Holger Schlierf, Vorsitzender der "Arbeitsgemeinschaft Betuwe". Wesel hingegen ist entschieden dafür. Dinslaken, Voerde und Hamminkeln würden sich weiter an der Finanzierung beteiligen, wenn die jeweils anderen mitziehen. Genau so ist auch die Position der Stadt Emmerich: "Wir werden den Erhalt weiterfinanzieren, wenn die anderen Anliegerkommunen ihre Beiträge auch weiter bezahlen", sagte der Erste Beigeordnete Dr. Stefan Wachs.

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Was nun passiert, wenn sich tatsächlich zwei oder mehr Gemeinden aus der Finanzierung verabschieden, ist unklar. Ob Emmerich beispielsweise dann noch im Boot wäre, "das kommt darauf an, wie viele Kosten auf und zukommen würden. Man würde weiter verhandeln", so Wachs. Sicher ist: "Wenn die sechs anderen Kommunen ausscheren, würden wir die Finanzierung nicht alleine übernehmen."

Holger Schlierf ist immerhin hoffnungsvoll: "Der Deckel ist noch nicht drauf. Aber es spricht einiges dafür, dass die Station erhalten werden kann", meint er. Schließlich kämen fünf zahlungswillige Gemeinden zusammen. Auch könnte es Finanzhilfen von anderen Organisationen, etwa Initiativen, geben.

Er hat Verständnis dafür, dass das Thema kontrovers diskutiert wird. "Heute kann man nicht sagen, was man mit den Messungen beweisen will, weil die Bahn weder die Frequenz noch den Lärm an der Strecke leugnet." Andererseits gebe es ohne Mess-Station keine Kontrollmöglichkeit. Etwa um zu ermitteln, ob neue Technik in den Zügen oder an Schienen, die angeblich Lärm vermeiden soll, überhaupt tatsächlich funktioniert.

(RP/ac)