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Emmerich: Mehrheit für "kurze Lösung"

Emmerich : Mehrheit für "kurze Lösung"

Der Reeser Bauausschuss stimmte gestern für die neue alternative Straßenführung für Millingen. Die Variante wird nun von der zuständigen Landesbehörde mit anderen Vorschlägen geprüft. An der Planung für den innerörtlichen Verkehr soll indes weiter gefeilt werden.

REES/MILLINGEN Wie stark die Betuwe die Planungen für Städte und Ortsteile beeinflusst und wie sehr sie die Gemüter bewegt, zeigte sich gestern rund um die Sitzung des Reeser Bauausschusses. Als Politik und Verwaltung eine weitere Variante für die Verkehrsführung in Millingen längst auf den Weg gebracht hatten, wurde draußen vor dem Rathaus noch intensiv diskutiert. Denn etliche Millinger hatten sich die Debatte zuvor nicht entgehen lassen wollen. Schließlich ging es um die Zukunft ihres Ortsteils.

Entschieden ist freilich noch nichts. Denn jetzt muss erst einmal der Landesbetrieb Straßenbau prüfen. An ihn wurde gestern bei vier Gegenstimmen (SPD und Bernd Franken) und einer Enthaltung (Grüne) ein Vorschlag weitergereicht, der am "Runden Tisch" für Millingen entstanden war.

Lösung am "Runden Tisch"

Wie berichtet, braucht Millingen im Zusammenhang mit der bevorstehenden Schließung der Bahnübergänge neue Verkehrswege. Die jetzt verabschiedete Alternative sieht vor, dass von einem Kreisverkehr in Höhe der Schützenwiese an der Millinger Straße eine Überführung über die Gleise parallel zur Strecke geführt wird und später auf die Anholter Straße trifft (siehe Grafik).

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"Nach unserer Ansicht ist das die Variante, bei der es am wenigsten negative Auswirkungen im Ort geben wird", betonte Bauamtsleiterin Elke Strede erneut, die auch darauf verweisen kann, dass an dem Vorschlag Vertreter aller Parteien, der Ortsvorsteher und Anwohner mitwirkten.

Wie Strede auf Nachfrage Helmut Wessers (Grüne) erklärte, handele es sich bei der vorliegenden Trassenführung lediglich um einen groben Vorentwurf, der nur die Belange tangiere, für die auch der Landesbetrieb zuständig ist. Wesser hatte zuvor bemängelt, dass die vorliegende Planung keinen Vorschlag für eine kleine Pkw-Unterführung aufzeige, die allerdings unbedingt notwendig sei. "Das dürfen wir nicht aus den Augen verlieren", so Wesser. Bürgermeister Dr. Bruno Ketteler machte in diesem Zusammenhang klar, dass der Entwurf keine Abkehr von der Forderung nach einer Unterführung darstelle. Er schlug vor, nun durch ein Ingenieurbüro prüfen zu lassen, welche Möglichkeiten es dafür gibt.

Während Frank Künne (FDP) und Franz-Josef Hollands (CDU) die neue Alternative unterstützen, weil sie den geringsten Flächenverlust für Millingen bedeuteten, lehnte sie Peter Friedmann (SPD) ab. Er warnte davor, dass der Schwerlastverkehr aufgrund dieser Streckenführung nun verstärkt durch den Ort fahren würde und schlug nochmals eine großräumigere Umfahrung über den Schwarzen Weg vor. "Alles andere wird die Entwicklung Millingens auf Jahrzehnte beeinträchtigen", sagte er unter dem Applaus der Zuhörer.

Einig sind sich Politik und Verwaltung in der Ablehnung der Varianten, die von der Straßenbehörde selbst ins Spiel gebracht wurden.

(RP)