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Mehr Kindergartenplätze in Rees

Neue Einrichtungen geplant : Rees schafft mehr Platz für Kita-Kinder

Der Neubau für die vierte Gruppe der Sonnenschein-Kita ist fertig, ein weiterer Anbau soll bis August realisiert sein. Und schon jetzt gibt es Pläne für neue Einrichtungen.

Die Freude bei den Kindern des Sonnenschein-Kindergartens ist groß. Ende März wird die vierte Gruppe in den inzwischen fertiggestellten Neubau ziehen. Im Sommer wird dann eine fünfte Gruppe auf dem Gelände an der Falkenstraße ein neues Domizil finden.

240 Quadratmeter groß ist der Anbau, in dem für die vierte Gruppe ein Gruppen- und Nebenraum realisiert wird. Geplant ist im Anbau ein Raum für differenziertes Arbeiten, der auch vom Familienzentrum genutzt werden soll sowie ein Personal- und ein Therapieraum. Aktuell besuchen 85 Mädchen und Jungen den Kindergarten an der Falkenstraße.

Im August kommen nochmal elf Kinder hinzu, die dann in den zweiten Anbau Richtung Melatenweg ziehen werden. Der Rohbau für den Anbau ist inzwischen fertiggestellt. Hier soll die fünfte Gruppe mit Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren zum 1. August einziehen. Bis dahin sollen der Gruppen- und Nebenraum sowie der Pflege- und Ruheraum fertiggestellt sein.

Zudem entsteht eine neue Gruppe im Regenbogenkindergarten in Haldern. Diese wird am Drostendick die fünfte Gruppe sein, die dort ab dem 1. August betreut wird.

Nun sollte man glauben, dass damit die Kinder in Rees Stadt rundum versorgt sind. Doch bei der Besprechung über die aktuelle Kindergartenbedarfsplanung Ende Januar stellte sich heraus, dass der Kreis noch einen Träger für eine neue zweigruppige Einrichtung sucht, denn zehn Ü3-Kinder sind unversorgt. Und: Es soll sogar für das Kindergartenjahr 2020/21 ein neuer zwei- oder dreigruppiger Kindergarten im Reeser Stadtgebiet entstehen.

Der Kreis Kleve hatte beim Eltern-Initiativ-Kindergarten Sonnenschein nachgefragt, ob dort noch eine weitere Gruppe denkbar sei. Kurz vor der entscheidenden Sitzung des Jugendhilfeausschusses beim Kreis Kleve hatten die Eltern jedoch einen „Rückzieher“ gemacht.

Hier ist der Awo-Kreisverband-Kleve als Träger einer neuen Tageseinrichtung in Rees in die Planung eingestiegen. „Zu gleichen Bedingungen“, teilte Kreis-Sprecherin Ruth Keuken mit. Dort sollen 24 Ü3-Kinder betreut werden. Daneben werde die eingruppige „Übergangslösung“ im Katholischen Kindergarten St. Quirinus Millingen weitergeführt. Der Kreis Kleve wächst weiter. „Neben dem Plus an Neubürgern sorgen gestiegene Geburtenzahlen dafür, dass immer mehr Betreuungsangebote für die so genannten U3- und Ü3-Kinder erforderlich werden“, so Ruth Keuken weiter. Viele Eltern geben ihre Kinder früher und länger in die Kita. Auch dies führt dazu, dass der Bedarf an zusätzlichen Tageseinrichtungen und Gruppen steigt. Die Abteilung Jugend und Familie des Kreises legte nun für das Kindergartenjahr 2019/2020 die Planzahlen vor. Fazit laut Kreisverwaltung: „Für jedes Kind unter und über drei Jahren wird ein qualifiziertes Betreuungsangebot zur Verfügung gestellt.“

Der aktuelle Bedarfsplan „Vorschulische Betreuung und Bildung 2019-2024“, der Hinweise und ein umfangreiches Zahlenwerk zur aktuellen Situation in den zukünftig 80 vom Kreis Kleve betreuten Einrichtungen enthält, wurde nun im Jugendhilfeausschuss einstimmig beschlossen.

„Wir konnten durch unseren intensiven Dialog mit den elf Kommunen und den Eltern die Planungen für das kommende Kindergartenjahr frühzeitig dem erkennbaren Bedarf anpassen“, dankt Landrat Wolfgang Spreen den Gesprächspartnern vor Ort. Die vorgelegten Platzzahlen und der breite politische Konsens der Fraktionen zeigten den hohen Stellenwert, der der frühkindlichen Bildung im Kreis Kleve seit Jahren beigemessen werde.

Im Kindergartenjahr 2019/2020 gehen nach aktueller Planung insgesamt 17 sogenannte Übergangslösungen in 15 Einrichtungen an den Start. Für Rees sind das die erwähnte fortgeführte Gruppe in St. Quirinus und der neue Awo-Kindergarten. Wo letzterer angesiedelt sein wird, ist noch völlig offen. Denn erst in der vergangenen Woche hat sich der Awo-Kreisverband entschieden in Rees „einzusteigen“. Allerdings plant die Awo die Einrichtung in Rees, das die Kinderzahlen weiter hoch bleiben, in ein dauerhaftes Angebot zu überführen und plant für das Kindergartenjahr 2020/2021 eine Errichtung im Investorenmodell. Die Gespräche dazu haben bereits begonnen.

Im weiteren Verlauf der Sitzung bewilligten die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses einstimmig freiwillige Zuschüsse in Höhe von insgesamt 450.000 Euro zur Schaffung neuer Ü3-Übergangsplätze, darunter auch diese für Rees.

(ha/rau)