Rees: Magisches auf der großen Leinwand

Rees: Magisches auf der großen Leinwand

Der Verein AV-Dialog richtet im Juni ein dreitägiges Leinwandfestival aus.

Die "Laterna Magica" war einst eine Attraktion, die auf dem Jahrmarkt und im Varieté viele Menschen anlockte. Bilder setzen sich wie von Geisterhand in Bewegung. Im Idealfall halfen auch Geräusche und Musik dabei, den Betrachter für wenige Minuten in eine andere Welt zu entführen. "Audiovisionen" sind die Urenkel dieser magischen Laterne. Angesiedelt zwischen Dia-Schau und Film, erwecken sie statische Fotos zum Leben. Ganze Bilderserien werden durch Überblendungen und im Zusammenspiel mit Tönen zu fesselnden Präsentation.

Der Verein AV-Dialog hat sich dieser Art von erlebbarer Kunst verschrieben. Fast 400 Mitglieder sind bundesweit in 16 Lokalgruppen organisiert. In jedem Sommer richten sie am Rande ihres Jahrestreffens ein dreitägiges Leinwandfestival aus. Im Juni findet es erstmals in Rees statt. Frank Pauls aus Kleve ist Vorsitzender des Vereins für audiovisuelle Kommunikation. Er rechnet mit mindestens 100 aktiven Teilnehmern aus Deutschland und den Nachbarländern, wenn es vom 15. bis 17. Juni im Reeser Bürgerhaus heißt: "Audivision ab!"

Bei einem ersten Infoabend präsentierte Frank Pauls schon jetzt 26 ausgewählte Beiträge aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden, um den Reesern die Vielfalt der Audiovision zu verdeutlichen. Darunter war etwa Heiner Lieberums Audiovision über einen Sechsfachmord in der bayerischen Einöde von Hinterkaifeck im April 1922. Was schon als Hörspiel Gänsehaut erzeugen würde, wird in Kombination mit Bildern eines alten Bauernhofs zum schaurig-schönen Grusel-Trip. Doch auch Frank Pauls eigene Beiträge, zum Beispiel über zerstörte Abteien im Grenzgebiet zwischen England und Schottland, über Christos "Big Air Package"-Aktion im Gasometer Oberhausen oder über die Schönheit des Herbstes am Niederrhein, ziehen den Betrachter in ihren Bann.

  • Rees : Leinwandfestival in Rees

Dabei erwies sich das Reeser Bürgerhaus als idealer Präsentationsort: Auf der riesigen Leinwand war jedes Detail der gestochen scharfen Bilder perfekt zu erkennen. Parallel donnerten Filmmusik und Geräusche in Kinoqualität aus den Lautsprechern. "Der Ton dient bei unseren Beiträgen nicht der Untermalung, sondern ist die treibende Kraft", sagte Frank Pauls.

Beim Leinwand-Festival rechnet der Verein auch mit vielen Gästen aus den Niederlanden. Das Jahrestreffen beginnt mit einem Rahmenprogramm vom 12. bis 14. Juni. Es umfasst Besuche im Archäologischen Park Xanten, im Schloss Moyland, im Naturschutzgebiet Hooge Veluwe und in der Schwanenburg Kleve. Vom 15. bis 17. Juni folgen Präsentationen, Workshops und Wettbewerbe im Reeser Bürgerhaus. Dann werden täglich viele Stunden lang die besten und neuesten Clips zu sehen sein.

(RP)
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