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Lockerungen für Handel in Emmerich, immer mehr Geschäftsleute bei Home-Shopping dabei

Handel trotz Corona : Eis darf durchs Fenster verkauft werden

Für manche Händler gibt es Corona-Lockerungen: Eisdielen dürfen in Emmerich jetzt Kugeln in Bechern verkaufen. Auch Floristen dürfen wieder öffnen. Immer mehr Geschäftsleute beteiligen sich an „Home-Shopping“-Aktion.

Schon seit einigen Wochen müssen viele Händler in der Emmericher Innenstadt ihre Geschäfte per Verordnung geschlossen halten. Für einige wenige gibt es jetzt Lockerungen. Passend zum guten Wetter dürfen seit dem Wochenende Eisdielen in Emmerich wieder öffnen. Allerdings mit einigen Einschränkungen: Das Eis darf nur in Bechern und nicht im Hörnchen und das auch nur aus dem Fenster heraus verkauft werden. Außerdem dürfen die Kunden, die wie im Supermarkt einen Abstand von 1,50 Meter auf ihren Vordermann in der Schlange halten müssen, das Eis nicht direkt an der Eisdiele verzehren, sondern erst in einem Abstand von 50 Metern.

Heinz Magr von Emmerichs ältestem Eiscafé Panciera auf der Kaßstraße hatte am Sonntag schon ganz gut zu tun, als auch einige Spaziergänger auf der Straße waren. Sein selbstgemachtes Eis ließen sich viele schmecken. Auch bei den beiden Eisdielen auf der Rheinpromenade kamen Leckermäuler auf ihre Kosten.

Neben den „Geliateri“ dürfen jetzt auch wieder Floristen aktiv werden und ihre Blumen verkaufen. Aber auch hier müssen die geforderten Abstands- und Hygiene-Regeln strikt eingehalten werden. Die Lockerungen sind den Geschäftsleuten vom Ordnungsamt mitgeteilt worden, das auch die Einhaltung der Corona-Bestimmungen kontrolliert. „Wir arbeiten hier an vorderster Front“, sagt Leiterin Karin Schlitt. Im Zwei-Schicht-Betrieb sind die Mitarbeiter unterwegs, um in den geöffneten Geschäften darauf zu achten, dass alle Bestimmungen und Vorschriften eingehalten werden. Dabei geht es nicht nur um die Geschäfte: Auch das Verhalten auf öffentlichen Wegen oder beispielsweise auch den Spielplätze im gesamten Stadtgebiet wird in Augenschein genommen. Weil die Ordnungsamtsmitarbeiter auch außerhalb ihrer eigentlichen Dienstzeiten, abends und am Wochenende, kontrollieren müssen, fallen derzeit viele Überstunden an. „Im Großen und Ganzen halten sich die Leute aber an die Vorschriften“, kann Karin Schlitt eine positive Bilanz ziehen.

Unterdessen steigt auch die Nachfrage bei der von der Emmericher Wirtschaftsförderung (WFG) initiierten Home-Shopping-Aktion. Wie berichtet, können dabei Emmericher Geschäfte ihre Dienstleistungen, die sie trotz der Corona-Einschränkungen anbieten, auf einer Internetseite kompakt darstellen. Konsumenten haben so die Möglichkeit, sich einen Überblick zu verschaffen, was die lokale Händlerschaft momentan anbietet. Kunden können von zuhause aus ordern und, wenn es angeboten wird, sich die Ware auch bringen lassen. Zum Beispiel bietet das Geschäft Alexander-Moden ein „Textil-Taxi“ an.

Hintergrund der Aktion der WFG ist es, den von der Corona-Krise gebeutelten Handel vor Ort zu stärken. 35 Geschäftsleute haben sich ihr mittlerweile angeschlossen. Fast die Hälfte davon kam übers Wochenende dazu. „Es hat ein Umdenken stattgefunden. Täglich kommen immer mehr Geschäftsleute dazu. Spätestens seit letzter Woche hat die Nachfrage angezogen, als klar wurde, dass jetzt aktives Handeln gefragt ist“, hat Verena van Niersen von der Emmericher Wirtschaftsförderung festgestellt. Viele Händler, die zunächst zögerlich und abwartend reagiert hätten, ließen sich jetzt beim „Home-Shopping“ registrieren und trauten sich beispielsweise auch einen eigenen Lieferservice zu. „Es sind in dieser außerordentlichen Situation jetzt eben auch viele kreative Ideen gefragt“, erklärt Verena van Niersen weiter.

Die Wirtschaftsföderung informiert weiterhin täglich online über die Seite www.homeshopping-emmerich.de wie, wo und wann die Händler zu erreichen sind und was sie im Angebot haben oder welchen Lieferdienst und Abholservice sie anbieten. Formulare für Einzelhandel und Gastronomie stehen zum Download bereit. Dieses Formular wird vom Händler ausgefüllt, die WFG stellt die Angaben dann online.

Info: Besuchen Sie auch die neue Plattform der Rheinischen Post unter www.rp-gemeinsamstark.de. Auf dieser Plattform wollen wir Helfer und Hilfsbedürftige zusammenführen, beispielsweise für den Einkauf für einen älteren Nachbarn oder das Hilfspaket für Obdachlose. Gleichzeitig wollen wir einen Marktplatz für Dienstleistungsunternehmen aus Handel, Handwerk und Gastronomie schaffen, die durch die Krise in Not geraten sind." (Link: https://www.rp-gemeinsamstark.de/)