Lkw-Verkehr durch Borghees ärgert die Anwohner

Bürgermonitor : Lkw-Verkehr ärgert Anwohner

Über den Borgheeser Weg rollt der Schwerlastverkehr zur Großbaustelle auf dem Kasernengelände. Anwohner befürchten, für Straßensanierung zahlen zu müssen.

Am vergangenen Samstag stand Martin Willikowsky schon am frühen Morgen senkrecht im Bett. Der Anwohner des Borgheeser Weges wurde gegen 7.30 Uhr unsanft vom Schwerlastverkehr geweckt, der an seinem Haus vorbei rollte. Satte 30 Lkw am Stück waren innerhalb von einer Viertel Stunde unterwegs, hatte ein aufmerksamer Nachbar notiert. Der Konvoi war auf dem Weg zum ehemaligen Kasernengelände, derzeit Emmerichs größte Baustelle.

Schon seit gut sechs Wochen, so Martin Willikonsky, seien die Lastwagen unterwegs. Nicht immer in der geballten Stärke vom vergangenen Wochenende. „Aber gut 100 Stück sind es am Tag schon“, schätzt der Emmericher.

Er und seine Nachbarn sind seitdem einer besonderen Lärm- und Staubbelastung ausgesetzt. Auch ist das nicht ungefährlich für Kinder, die draußen spielen, zumal der Borgheeser Weg eher ruhig gelegen und keine ausgewiesene Durchfahrtsstraße ist.

Daneben aber befürchten die Anwohner auch, dass auf sie möglicherweise noch Kosten zukommen könnten. Denn erste Schäden auf der Fahrbahn des Borgheeser Wegs seien bereits bemerkt worden. „Ein Stück der Straße ist schon abgesackt“, hat Willikonsky festgestellt. Dass an der Sanierung der Straße dann möglicherweise die Anwohner beteiligt werden sollen, will die Nachbarschaft, etwa 50 Menschen wohnen dort, vermeiden. Um gerüstet zu sein, gab es schon ein erstes informatives Gespräch mit einem Anwalt.

Der Emmericher Stadtverwaltung ist das Problem des Schwerlastverkehrs an dieser Stelle bekannt. „Wir haben in dieser Woche einen Mitarbeiter und die Kommunalbetriebe an den Borgheeser Weg geschickt, um eine Bestandsaufnahme der Straße zu machen“, erklärte Stadtsprecher Tim Terhorst der RP auf Anfrage. So soll das vermieden werden, was die Anwohner befürchten. Müsste die Straße tatsächlich wegen der zusätzlichen Belastung repariert werden, käme der Verursacher dafür auf.

Martin Willikonsky hofft, dass die Straßenschäden nicht als Grund für eine Gesamtsanierung der Straße, beispielsweise auch in Zusammenhang mit der Planung eines neuen Radwegs, dienen. „Denn dann werden wir dennoch an den Kosten beteiligt“, weiß er. Die Stadt sagt, dass sie dies nicht vorhabe. Überdies seien keine gravierenden Schäden festgestellt worden. Die Verwaltung rät den Anwohnern aber dazu, ihre Autos im Wechsel auf den jeweiligen Seiten des Borgheeser Weges zu parken. So soll eine einseitige, zu starke Abnutzung der Fahrbahnoberfläche der Straße vermieden werden.

Ab August wird zudem auch die momentan noch gesperrte Straße Am Busch, die zum Kasernengelände führt, freigegeben. Die Belastung am Borgheeser Weg werde dann dementsprechend abnehmen“, so Stadtsprecher Tim Terhorst.

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